Zoff mit Til Schweiger: Drehbuchautorin Anika Decker siegt vor Gericht

Til Schweiger verklagt: Erstes Urteil gefallen
01:29 Min

Til Schweiger verklagt: Erstes Urteil gefallen

Drehbuchautorin Anika Decker siegt vor Gericht gegen Til Schweiger

Anika Decker (45) hat die Drehbücher für „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ geschrieben. Für ihre Arbeit an den Filmen erhielt sie eine Gage von 50.000 Euro. Unverhältnismäßig, wie sie in Anbetracht der knapp 70 Millionen Euro, die die Filme (geschätzt) eingespielt haben, findet. Deswegen zog sie nun vor Gericht und erzielte heute einen ersten Erfolg gegen Til Schweiger (56) und seine Produktionsfirma „Barefoot Films“. Im Video erklärt der Gerichts-Pressesprecher Thomas Heymann was genau das erste Instanzurteil vorerst bedeutet. 

Anika Decker hofft auf Signalwirkung

Mit den Filmen „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ setzte Til Schweiger ein Ausrufezeichen in der deutschen Filmlandschaft. Die beiden Filme spielten ein Vielfaches ihrer Kosten ein – geschätzt ca. 70 Millionen Euro. Zu den Kosten zählte auch das Gehalt von Drehbuchautorin Anika Decker, die für ihre Arbeit knapp 50.000 Euro erhielt. Viel zu wenig, wie sie meint.

Das Berliner Landgericht, wo der Fall nun verhandelt wird (Az. 15 O 296/18), gestand ihr nun in erster Instanz das Recht zu, in die genauen Einspielergebnisse der Firma „Barefoot Films“ Einsicht nehmen zu dürfen. Ein erster Erfolg für die Drehbuchautorin. „Es ist meine feste Überzeugung“, so Decker nach dem Urteil, „dass es, wie im Verlagswesen, auch bei der Filmauswertung nur fair ist, als Autor zu wissen, welche Erlöse erwirtschaftet wurden.“ Sie erhoffe sich eine Signalwirkung an die ganze Branche in Deutschland.

Konkret geht es darum, dass ein Autor eben nicht nur für die Drehbuchleistung bezahlt, sondern auch an sämtlichen Folgeeinnahmen beteiligt werden sollte. Das betrifft nicht nur die Einnahmen an den Kinokassen, sondern eben auch Fan-Artikel, DVD-Verkäufe, Streaming etc. – eben an jenem Geld, welches mit dem Film erwirtschaftet wird.

Ob Decker ihre Ansprüche vor Gericht durchsetzen kann, wird der zukünftige Prozessverlauf zeigen.