'Wonder Woman': Gal Gadot sorgt als Amazonen-Prinzessin für jede Menge Frauenpower

4,5 von 5 Punkten

Mit 'Wonder Woman' kommt der erste DC-Film mit einer weiblichen Superheldin in der Hauptrolle auf die Leinwand. Dank der herausragenden Leistung von Hauptdarstellerin Gal Gadot und Regisseurin Patty Jenkins fragt man sich: Wieso kommt diese erfrischende Frauenpower erst jetzt?  

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von Peter Benkoff

Wenn sich Comicverfilmungen in den Kinos ankündigen, lauern die Kritiker schon lange im Voraus darauf, den Streifen mit Genuss auseinanderzunehmen – meistens zu recht. Bei 'Wonder Woman' ist das anders, weil der Film anders ist: in der Story nah an der ursprünglichen Comic-Geschichte; in der Ausführung vielschichtig mit Action-, Lovestory-, Historien- und Comedyelementen und dabei trotzdem mit einer Leichtigkeit erzählt, die auch DC-Neulinge in den faszinierenden Sog dieses Genres zieht. Dieses Lob gilt vor allem Regisseurin Patty Jenkins – sozusagen 'Wonder Woman' hinter der Kamera.

Wie wichtig aber auch die richtige Frau VOR der Kamera ist, weiß Jenkins spätestens seit ihrem Psychodrama 'Monster' aus dem Jahr 2003. Damals spielte Charlize Theron die Hauptrolle und sahnte dafür sogar einen Oscar ab. Jetzt bei 'Wonder Woman' ist es die israelische Leinwandschönheit Gal Gadot (‚Fast & Furious‘, ‚Batman vs. Superman‘), mit der Patty Jenkins einmal mehr ein glückliches Händchen bewiesen hat.

'Wonder Woman': Gal Gadot mit Chris Pine
'Wonder Woman' Gal Gadot als Prinzessin Diana mit Chris Pine in der Rolle des US-Spion Steve Trevor © © 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC, Clay Enos

Gal Gadot spielt die Amazonen-Prinzessin Diana, die auf einer Insel nur unter Frauen zur Kriegerin ausgebildet wird.  Mit dem US-Spion Steve Trevor (gespielt von Chris Pine) lernt sie nicht nur den allerersten Mann in ihrem Leben kennen – von ihm erfährt sie auch, dass im Rest der Welt ein fürchterlicher Krieg tobt. Diana zieht deswegen los, um diesen und damit alle Kriege beenden.

Oder in einem Satz: Die großherzige, fromme Schönheit hat den festen Willen, die Welt zu retten. Damit schwimmt die Story irgendwo zwischen Kriegerprinzessin 'Xena' und einer Vorabendserie bei den Öffentlich-Rechtlichen – nichts Besonderes also. Und trotzdem schafft es Gal Gadot, dieser Geschichte den nötigen Glanz zu verleihen, so dass sie sich doch irgendwie neu anfühlt. Im Zusammenspiel mit Chris Pine wird es zu einer ungewöhnlichen Lovestory zwischen dem realistisch dargestellten Leid des ersten Weltkriegs und Special-Effect-geladenen Actionszenen. Dass Diana dabei aus jedem Kampf emporsteigt wie frisch vom Stuhl des Stylisten, ist einer der wenigen Makel.

Gal Gadot als 'Wonder Woman'
'Wonder Woman': Gal Gadot in der Rolle als Amazonen-Prinzessin Diana © © 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC, Clay Enos

'Wonder Woman' bricht nach der Premiere in den USA schon alle Rekorde und das vielleicht auch, weil der Film nicht nur eine Zielgruppe anspricht: Vom nerdigen Superhelden-Fan bis zur Liebhaberin romantischer Dramen kommt jeder auf seine Kosten. Mit 140 Minuten ist der Film eigentlich zu lang. Wenn man dabei aber nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, den Liter Kino-Cola zur Toilette zu bringen, dann spricht das für sich. Vielleicht rettet eine Frau am Ende nicht nur die Welt, sondern auch das männerdominierte Genre des DC-Actionfilms.