König Felipe verzichtet nach Schmiergeld-Skandal von Papa Juan Carlos auf sein Erbe

König Felipe VI. von Spanien zieht nach Ermittlungen gegen seinen Vater Juan Carlos Konsequenzen. Er verzichtet nach Skandal um seinen Vater auf sein Erbe.
König Felipe VI. von Spanien verzichtet nach Skandal um seinen Vater auf sein Erbe. © imago images/Future Image International, DyD Fotografos via www.imago-images.de, www.imago-images.de

König Felipe bricht mit seinem Vater

Nach dem Schmiergeld-Skandal um seinen Vater Juan Carlos (82) zog König Felipe VI. von Spanien (52) harte Konsequenzen. Wie das Königshaus im März mitteilte, werde Felipe offiziell auf sein Erbe verzichten und den Kontakt zu seinem Vater abbrechen. Zudem strich der Sohn seinem Vater die monatliche royale Rente in Höhe von 194.000 Euro. In einer offiziellen Erklärung schrieb der König, er verzichte als künftiger Erbe auf alle Dinge, „deren Ursprung, Eigenschaften oder Zweck nicht im Einklang mit der Legalität stehen könnten“. Offenbar möchte König Felipe in keinerlei Verbindung zu den kriminellen Aktivitäten des ehemaligen Monarchen gebracht werden.

Skandal um König Felipes Vater Juan Carlos

2014 legte der ehemalige König Juan Carlos sein Amt wegen diverser Skandale nieder. So soll er an einer umstrittenen Elefantenjagd teilgenommen und mutmaßlich mehrere Seitensprünge gehabt haben. 2019 zog sich Juan Carlos schließlich ganz aus der Öffentlichkeit zurück. Es wurde still um den früheren König.

Anfang 2020 kamen nun erneut Vorwürfe gegen Felipes Vater auf. Nach Berichten der Schweizer Zeitung "Tribune de Genève" Anfang März 2019 soll Juan Carlos im Jahr 2008 über ein Schweizer Konto 100 Millionen Dollar vom saudiarabischen Königshaus empfangen haben. Dieses Konto sei im Namen einer Stiftung mit Sitz in Panama geführt worden. Der damalige amtierende König Juan Carlos ist als Begünstigter der Stiftung eingetragen.

Außerdem wurde bekannt: Bereits seit Mitte 2018 ermittelte die spanische Staatsanwaltschaft in Spanien zu Provisionen eines Baus des spanischen Hochgeschwindigkeitszugs AVE zwischen den Saudi-Städten Medina und Mekka. Es wird untersucht, ob spanische Firmen Schmiergelder bezahlten, um am Bau der Saudi-Zugstrecke beteiligt zu werden. Aktuellen Berichten zufolge wird vermutet, dass diese Schmiergelder etwas mit der Saudi-Zahlung an Alt-König Juan Carlos zu tun haben.

Wie die britische Zeitung "The Telegraph" im März berichtete, sei auch König Felipe als Begünstigter der Stiftung mit Sitz in Panama eingetragen gewesen. Der Palast meldete, Felipe habe bereits Anfang März 2019 erfahren, dass er als zweiter Begünstigter der Stiftung galt. König Felipe habe seinen Vater daraufhin gebeten, ihn nicht mehr als Begünstigten führen zu lassen. Auch habe der König gegenüber einem Notar erklärt, dass er keine Zahlungen der Stiftung akzeptieren werde.

König Felipe zieht harte Konsequenzen

Nach den neuerlichen Skandal-Berichten um Juan Carlos zog König Felipe seine Konsequenzen - er brach alle Verbindungen zu seinem Vater ab. „Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integeres, ehrliches und transparentes Verhalten haben“, heißt es aus dem spanischen Palast. „Denn nur so verdient sie sich die moralische Autorität, die sie für die Ausübung ihrer Funktionen benötigt.“

Bereits 2015 stellte König Felipe seine Konsequenz in der Verantwortung für den guten Ruf des Spanischen Königshauses unter Beweis, als er seiner Schwester Cristina aufgrund ihrer Skandale den Adelstitel entzog.