"Sowas wie Rolf Eden gibt es nie wieder"

Wegbegleiter erinnert sich an den "letzten Wunsch" des deutschen Playboys

Rolf Eden mit Andy Moor 2007
Socialite Andy Moor (links) hat in den letzten vier Jahrzehnten viele Partys mit Rolf Eden besucht. © imago images

von Vincent Nellessen

Rolf Eden ist tot. Das teilt die Familie des „letzten großen Playboys“ am Freitag (12. August) mit. 92 Jahre wurde der Mann, der das Berliner Nachtleben ordentlich umgekrempelt hat. Einer, der ihn jahrzehntelang als Freund begleitet hat, ist Society-Experte Andy Moor. Im Gespräch mit RTL erinnert er sich an den privaten Rolf. Ihm hatte der Lebemann schon vor vielen Jahren seinen „letzten Wunsch“ verraten.

Andy: "Schade, dass das vorbei ist, das schöne Leben.“

Juergen Drews, selbst ernannter "Koenig von Mallorca", mit Kader Loth, Rolf S. Eden und Veranstalter Andy Moor (v.l.) bei der Wahl zur "Koenigin von Mallorca" in Berlin
Andy Moor (rechts) hat gemeinsam mit Rolf Eden (2. v.r.) Events veranstaltet. Hier etwa mit Schlager-Star Jürgen Drews (links) und Reality-Queen Kader Loth im Jahr 2004. © picture alliance, / SCHROEWIG/Baganz

Es ist ein trauriger Tag für Andy. Seitdem die Nachricht vom Tod seines guten Freundes Rolf öffentlich wurde, stand sein Telefon kaum mehr still, sagt er, als er mit RTL spricht. Seine Familie hätte ihn schon vorab über das Ableben des „Playboys“ informiert. Doch so traurig dieser Moment auch ist, in dem Event-Veranstalter kommen auch viele lustige gemeinsame Augenblicke in Erinnerung. „Mit ihm war es immer irre, und es hat viel Spaß gemacht. Er hat einfach alles aus dem Bauch heraus gemacht.“

Rolf Eden prägte in den 1950er und 60er Jahren das Berliner Nachtleben wie kein anderer. Unzählige Liebeleien werden ihm nachgesagt. Der „Spiegel“ titelte mal über den Discokönig: „Einmal Kartoffelsalat mit Blondine, bitte“. Ja, das war sein Image, und auch Andy kann sich an einen Abend bei Rolf zu Hause erinnern, der ganz anders endete als gedacht: „Er sagte plötzlich: ‘Andy, ich muss jetzt dringend an die Bar. Ein Treffen mit einer hübschen Blondine. Schließt du ab?’“ Ja, da muss auch der Berliner schmunzeln, als er diese Geschichte Revue passieren lässt. Aber dann berichtet er von einer anderen Seite des Rolf Eden.

"Er war immer ein echter Gentleman."

Es geschieht ganz schnell, dass sich eine Meinung im öffentlichen Raum bildet. Ein Image, das an einer Person haftet. Klar, bei Rolf Eden war es das des „Playboys“. „Sieben Kinder von sieben Frauen“, erzählte er immer stolz. Über den Nachtclub-Besitzer als Vater weiß man wenig. Andy erklärt: „Er hatte immer viel um die Ohren. Er hat den Kontakt [zu seinen Kindern] gepflegt und sie besucht. Bei so vielen Kindern ist das gar nicht so einfach.“ Er solle sie aber „gut bedacht“ haben.

Was seinen Freund aber besonders ausgezeichnet habe, sei seine Großzügigkeit gewesen: „Er war immer zuvorkommend und nett – zu jedem. Er hat jedem etwas zurückgegeben.“ So habe er in Restaurants stets ein mehr als angemessenes Trinkgeld gegeben. Seinen Erfolg nahm er nicht als selbstverständlich. „Da kann ich dem lieben Gott dankbar sein. Da muss man was zurückgeben“, habe Rolf immer gesagt. Eine Eigenschaft, die Andy „toll“ fand.

Andy Moor mit Zylinder und CD von Rolf Eden.
Andy Moor präsentiert den weißen Zylinder seines verstorbenen Freundes Rolf Eden. Um ihn geht es im "letzten Wunsch" des Playboys. © Privat

Rolfs "letzter Wunsch"

ARCHIV - 13.12.2006, Berlin: Playboy Rolf Eden spielt Saxofon in seinem Haus. Die einstige Berliner Nachtlebengröße Rolf Eden ist tot. Eden sei im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte seine Familie am 12.08.2022 mit. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbi
Rolf Eden liebte es, in weißen Anzügen in die Öffentlichkeit zu treten. © dpa, Jens Kalaene, bsc sab

Gemeinsam nahmen Andy und Rolf im Jahr 2000 einen Party-Song auf. „Partygeil“ nannte der sich. Gerade heute muss der Berliner an dieses Lied zurückdenken. Denn schon vor vielen Jahren hat ihm sein Freund einen „letzten Wunsch“ verraten: Rolf war bekannt dafür, weiße Anzüge zu tragen. Bei einem TV-Auftritt trug er einen weißen Zylinder. „Den wollte er eigentlich auf dem Grab haben. Dazu sollte keine Trauermusik laufen, sondern Party-Musik. Ich bin immer noch am überlegen, ob man das wirklich machen soll“, erinnert sich Andy heute.

Der „Playboy“ habe ihm gesagt: „Bitte verpack` das alles, für wenn es irgendwann so weit ist.“ Das ist es nun. Ein letztes Mal gesehen hat er Rolf vor zwei Jahren an dessen 90. Geburtstag. „Es ist traurig, dass er die letzten Jahre in einer dunklen Welt gelebt hat. Er konnte Leute nicht mehr gut erkennen.“ Die Erinnerung an Rolf Eden bleibt aber eine schillernde. (vne)

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