Happy Birthday zum 35. Jahrestag!

Warum ich „Dirty Dancing“ immer lieben werde

Szene aus „Dirty Dancing“
„Dirty Dancing“ ist der Film, den unsere Redakteurin am häufigsten gesehen hat. © Imago Entertainment

von Katharina Meyer

Wahrscheinlich hat jeder von uns diesen einen Film, den man häufiger gesehen hat als alle anderen. Den man guckt, wenn man krank ist, Liebeskummer hat, an einem regnerischen Tag einfach eingekuschelt in eine dicke Decke dem Alltag entfliehen möchte. Kurzum immer dann, wenn man einen Film braucht, von dem man weiß, dass es einem nach dem Gucken besser gehen wird. Dieser Film ist für mich „Dirty Dancing“.

Wie oft ich „Dirty Dancing“ geguckt habe? Ich habe leider nicht mitgezählt!

Ich kann gar nicht genau sagen, wie oft ich gesehen habe, wie Frances „Baby“ Houseman mit ihren konservativen Eltern und ihrer oberflächlichen Schwester Lisa den Sommer über in das Ferienresort „Kellerman’s“ in die Catskills fährt und dort beim gemeinsamen (heimlichen – so hot!) Tanzen ihre große Liebe Johnny trifft. Es sind sicherlich über 30 Mal – und die Tendenz ist definitiv steigend. In diesem Jahr wird der Kult-Tanzfilm 35 Jahre alt und auch, wenn (schon wieder) ein Remake geplant ist, wird es für mich nie einen perfekteren Film geben, den ich gucken kann, wenn es mir schlecht geht.

Schon als Kind tanzte ich zu „Hungry Eyes“ und „Hey Baby“

Szene aus „Dirty Dancing“: Hebefigur im Wasser
Die Hebefigur wurde damals bei jedem Freibad-Besuch geübt. © Imago Entertainment

„Es war Sommer 63. Alle nannten mich ‚Baby‘. Irgendwie hat mir das gefallen. Es war bevor Präsident Kennedy ermordet wurde, bevor es die Beatles gab, und als ich nicht abwarten konnte, der Friedensbewegung anzugehören. Das war der Sommer, in dem ich dachte, dass ich nie einen Jungen finden würde, der so toll ist wie mein Dad.“ Den Anfangsdialog, mit dem wir Jennifer Grey als kluges und willensstarkes, aber auch ein wenig unscheinbares junges Mädchen kennenlernen, kann ich mitsprechen. Genauso wie so ziemlich den ganzen Film.

Während meine ältere Schwester unsere Eltern noch anbetteln musste, sich „Dirty Dancing“ 1987 im Kino angucken zu dürfen, also mit elf in einen „schmutzigen Tanzfilm“ mit FSK zwölf zu gehen, bin ich dann – dank der großen Schwester – mit „Dirty Dancing“ aufgewachsen. Ich war noch viel zu jung, um die doch ernsten Themen wie Sex, Schwangerschaft, Abtreibung und das Herabschauen der reichen Gäste auf die arbeitenden „Kellerman’s“-Angestellten zu begreifen. Doch die Musik, die Tänze, die schöne Stimmung des Films haben mich schon damals begeistert. Mit gleichaltrigen Freundinnen oder auch mit meiner Schwester wollte ich die Tänze nachtanzen, im Freibad wurde die Hebefigur im Wasser geübt und spätestens als ich dann die Soundtrack-CDs in meine Finger bekommen habe, schallte die Musik der 60er aus meinem Kinderzimmer. Und das auch in den kommenden Jahren immer wieder.

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„Dirty Dancing“ war ein Überraschungserfolg

Tanzszenen aus "Dirty Dancing"
How it started vs. How it's going © Imago Entertainment

Der Film zeigt eine erste Liebe, bei der nicht auf den ersten Blick schon alles toll ist. Während der ersten Begegnung mit Johnny ist Baby unbeholfen („Ich habe eine Wassermelone getragen“) und eingeschüchtert. Anfangs will Johnny lieber Abstand halten von den behüteten Töchtern der reichen Feriengäste und nimmt Babys Vorschlag, Penny bei einem Tanzauftritt zu ersetzen, nicht ernst. Doch mit jedem Tanztraining werden die beiden vertrauter miteinander, aus dem anfänglichen Angezicke wird mehr. Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber ich bin sicher, dass spätestens als Baby Johnny in seiner Hütte besucht und die beiden zu „Cry to me“ tanzen und sich dabei langsam ausziehen, die ganze Welt in Patrick Swayze verliebt war. Gut, in Jennifer Grey auch.

Denn während der Low-Budget-Film eigentlich nur für eine Woche im Kino laufen und dann direkt auf Video rauskommen sollte, wissen wir inzwischen alle, dass der Film ein Überraschungserfolg geworden ist, der Patrick Swayze zum Star machte und dafür sorgte dass Lieder wie „(I’ve Had) The Time of My Life“ noch bis heute regelmäßig aus Lautsprechern dröhnen. Fun Fact: Meinen ersten Kuss hatte ich mit einem Typen, der zuvor mit mir auf dieses Lied getanzt hatte. Damit hatte er gleich einen Stein im Brett.

Von mir als ewigem Fan daher Happy Birthday an „Dirty Dancing“, der am 12. Mai 1987 beim Filmfestival in Cannes Premiere feierte und bis heute aus keiner ordentlichen Filmsammlung wegzudenken ist. Vielleicht gucke ich meinen Wohlfühl-Garantie-Film diesmal also feiernd und mit einem Glas Sekt in der Hand – zum X-und-dreißigsten Mal. Und trage vorher eine Wassermelone vom Supermarkt nach Hause...