Uli Edel: Die Serie wird wie zum gedruckten Buch

Uli Edel: Die Serie wird wie zum gedruckten Buch
Uli Edel zieht Vergleiche zwischen den USA und der Bundesrepublik © AEDT/WENN.com, WENN

Regisseur Uli Edel verfolgt die Entwicklung des Fernsehens in den USA und Deutschland mit großem Interesse. Es gibt aber Unterschiede.

Uli Edel sieht neue Möglichkeiten

Sein Dreiteiler 'Der Club der singenden Metzger' wird in der ARD ausgestrahlt. Auch wenn Uli mit dem Projekt eine lange Geschichte aus dem Schwarzwald vor 100 Jahren erzählt, die einen langen Atem braucht, war der Filmemacher überzeugt, eben jene Geschichte besser in einem Dreiteiler statt in einer Serie erzählen zu können. Im Gespräch mit 'DWDL' schwärmt er allerdings vom neuen Seriendurst der Zuschauer in den USA und in Deutschland: "Es ist aber schon ein Phänomen, wie begierig der Fernsehzuschauer auf lange Erzählformen wurde. Da nähert sich die Serie heute dem gedruckten Buch. Dort liest man fünfzig oder hundert Seiten, legt es weg, und kann es nicht erwarten am nächsten Tag weitere fünfzig oder hundert Seiten zu lesen. Dasselbe passiert jetzt beim Schauen von Serien."

Hauptsache gutes Fleisch

Während in Deutschland Serien oft von einem Regisseur inszeniert werden, sei es in den Vereinigten Staaten üblich, mehrere Künstler für eine Staffel zu verpflichten. Es gebe natürlich aber auch Gemeinsamkeiten zwischen Hollywood und Berlin, wie Uli Edel schmunzelnd erwähnt, als er einen kulinarischen Vergleich heranholt: "In Hollywood gibt es tatsächlich sehr gute deutsche Metzger und ich weiß, wer von ihnen die beste Blut- und Leberwurst macht. Auch mein Kontakt zur Deutschland ist nie wirklich abgebrochen, weil ich viele amerikanische Produktionen in Europa gedreht habe und deshalb meiner Familie und alten Freunden nah war."

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