Nach Diskussion um Aussagen zu seinem Impf-Status

Traumschiff-Verbot für Harald Schmidt?

Harald Schmidt spielt im ZDF-Traumschiff den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle. Ob der Entertainer künftig noch an Bord der "MS Amadea" darf, hängt von seinem Impfstatus ab.
Harald Schmidt spielt im ZDF-Traumschiff den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle. Ob der Entertainer künftig noch an Bord der "MS Amadea" oder "MS Artania" darf, hängt von seinem Impfstatus ab. © rtn - radio tele nord/ picture alliance, Collage: RTL News

von Roger Saha

TV-Star Harald Schmidt in schwerer See! Nach seinen Aussagen zu seinem Corona-Impfstatus reagiert das ZDF. Der Sender stellt auf RTL-Anfrage klar: Ohne vollständige Impfung inklusive Booster darf niemand mehr an Bord des Traumschiffs – auch Harald Schmidt nicht. Der Entertainer und Schauspieler hatte in einem Interview offengelassen, ob er geimpft ist.

2G-Aussage könnte Harald Schmidt Probleme mit dem ZDF-Traumschiff machen

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Harald Schmidt (links) war zuletzt in der Weihnachtsfolge 2021 zu sehen. Hier gemeinsam mit Bülent Ceylan (Mitte) und Özcan Cosar (rechts). Die Folge wurde laut T-Online Anfang August gedreht. Damals war eine Impfung auf dem Schiff nicht vorgeschrieben. © ZDF/Dirk Bartling, SpotOn

Im Gespräch mit der NZZ sagte der Interviewer zu Schmidt: „Wir dürfen uns nicht im Hotel treffen, weil Sie weder geimpft noch genesen sind.“

Der Entertainer reagierte darauf: „Dass ich nicht geimpft sei, das behaupten Sie einfach so, und ich lasse das mal so stehen. Mittlerweile habe ich mir eine Olaf-Scholz-Formulierung überlegt: ‘Ich bin auf einem guten und vernünftigen Weg, 2G zu erfüllen.’ Das lässt alles offen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, sonst gibt’s schnell was auf den Aluhut.“

Mit dieser Aussage könnte sich Harald Schmidt ein Problem mit dem ZDF eingehandelt haben. Denn 2G reicht unter Umständen nicht mehr aus, um auf dem Traumschiff („MS Amadea“ und „MS Artania“) zu drehen. 2G steht laut Bundesgesundheitsministerium für geimpft oder genesen. Der Sender besteht allerdings auf einer Impfung – und definiert ganz klar, was damit gemeint ist.

ZDF: Nur wer geboostert ist, darf noch aufs Traumschiff

HANDOUT - 26.12.2021, ---, -: Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen, l) hat eine Überraschung für seine Crew: Ein Landausflug in die schwedischen Schären zwecks Teambuilding. Staff-Kapitän Martin Grimm (Daniel Morgenroth, 2.v.l), Dr. Jessica Delgad
Florian Silbereisen (links) spielt Kapitän Max Prager, Harald Schmidt den Kreuzfahrtdirektor (Archivbild). © dpa, Dirk Bartling, bsc

Auf RTL-Anfrage teilt das ZDF mit: „Seit Anfang Dezember gibt es seitens des Kreuzfahrtunternehmens Phoenix-Reisen für alle Teilnehmer einer Kreuzfahrt die Regelung, dass alle Passagiere inklusive Schiffsbesatzung vollständig geimpft sein müssen. Seit Anfang Januar wurde die Regelung um die dritte Impfung (Booster) erweitert und gilt für alle Personen, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gehen.“ Der Virologe Christian Drosten bezeichnet Geboosterte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung als 1G. Das würde für Harald Schmidt bedeuten, dass 2G nicht reichen würde – wenn er damit nicht eine vollständige Impfung inklusive Booster gemeint hat. Das ZDF sagt weiter zu RTL: „Eine Einschiffung durch die Behörden vor Ort kann nur erfolgen, wenn alle Vorgaben erfüllt und dokumentiert sind: Vollständig geimpft, PCR-Test.“

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MS Amadea mit Klartext-Ansage

Auf die konkrete Frage von RTL, wann die nächsten Dreharbeiten mit Harald Schmidt fürs Traumschiff geplant sind, antwortete das ZDF nicht. Die Szenen an Bord werden eigentlich auf der MS Amadea gedreht. Wegen Corona-Problemen dort müssen Schauspieler und Mitarbeiter jetzt auf das Schwesterschiff MS Artania ausweichen. Beide Schiffe fahren für den Reiseveranstalter Phoenix Reisen aus Bonn. Auch von dort gibt es für die gesamte Flotte eine Absage für Ungeimpfte: „Gäste, die die entsprechenden Nachweise nicht vorlegen, können an den Phoenix Kreuzfahrten nicht teilnehmen.“ Laut Phoenix Reisen sei – anders als die Aussage vom ZDF – die Boosterung allerdings aktuell nicht verpflichtend.

Harald Schmidt könnte Klarheit in die ganze Sache bringen. RTL hat sein Management mehrfach um Stellungnahme gebeten. Von dort heißt es: „Herr Schmidt und der Herr Bundespräsident sind sich darin einig, aus Respekt vor dem politischen Prozess zu schweigen.“ Was der Bundespräsident damit zu tun hat, erklärte das Management von Harald Schmidt nicht.