Regieassistent gibt Versäumnis zu

Todesfall am Baldwin-Set: Waffe war nicht korrekt geprüft

Regieassistent Dave Halls ist nach dem Todesdrama am "Rust"-Set in den Fokus der Ermittlungen geraten.
Regieassistent Dave Halls ist nach dem Todesdrama am "Rust"-Set in den Fokus der Ermittlungen geraten. © RTL

Dave Halls gibt zu, nicht alle Patronen in Baldwins Revolver überprüft zu haben

Nach dem tödlichen Unfall am Set des Films „Rust" hat Regieassistent Dave Halls offenbar Fehler eingeräumt. Laut „New York Times" sagte er den Ermittlern, er habe nicht alle Kugeln in der Waffe genau genug überprüft. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine eidesstattliche Erklärung. Der Regieassistent hatte den Revolver an Hauptdarsteller Alec Baldwin (63) überreicht.

Regieassistent will „nur 3 Kugeln“ in der Todeswaffe gesehen haben

Dave Hall erklärte, dass sein typisches Sicherheitsprotokoll am Drehort vorsieht, dass er den Lauf der Waffe auf „Hindernisse" überprüft, bevor Hannah Gutierrez Reed die Klappe der Waffe öffnet und die Trommel dreht. Das ist der zylindrische, rotierende Teil der Waffe, der die Patronen enthält.

Am Tag des Vorfalls, so der Regieassistent, glaubte er, nur drei Patronen gesehen zu haben. Er räumte ein, dass er „alle hätte überprüfen sollen, es aber nicht getan hat". Er konnte sich auch nicht erinnern, ob Hannah Gutierrez Reed die Trommel der Waffe gedreht hatte.

Scharfe Munition am Set

Das letzte Foto von Halyna Hutchins vor Alec Baldwins Todesschuss am "Rust"-Set.
Das letzte Foto von Halyna Hutchins vor Alec Baldwins Todesschuss am "Rust"-Set. © Serge Svetnoy / Facebook

Bei den Dreharbeiten im US-Bundesstaat New Mexico hatte sich vor einer Woche offenbar versehentlich ein Schuss gelöst, als Alec Baldwin mit der ihm gereichten Waffe probte. Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins wurde tödlich verletzt. Die Polizei konnte ein Bleiprojektil, das aus der Schulter des ebenfalls getroffenen Regisseurs Joel Souza (48) entnommen wurde, als Beweismittel sichern. Dabei soll es sich um die Kugel handeln, die aus der Waffe von Alec Baldwin abgefeuert worden war. Zudem habe man am Set weitere Kugeln sichergestellt, bei denen es sich ebenfalls um scharfe Munition handeln soll, heißt es von der Polizei.

Dave Halls hatte die Waffe an Baldwin übergeben - angeblich mit dem Hinweis „cold gun", was eine Waffe bezeichnet, die keine scharfe Munition enthält. Der Mann war offenbar bereits zuvor in einen Schusswaffenunfall verwickelt. Vom Set des Films „Freedom's Path" war der Regieassistent 2019 gefeuert worden. Der Grund: Eine Waffe soll „unerwartet abgefeuert" haben. Das teilte die damalige Produktionsfirma mehreren US-Medien zufolge in einem Statement mit. Sowohl Dave Halls als auch die als unerfahren geltende Waffenmeisterin Hannah Gutierrez Reed (24) waren schnell in den Fokus der Ermittlungen geraten.

Im Video: Pressekonferenz zum Todesdrama am „Rust“-Set

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Laut Hannah Gutierrez Reed war keine scharfe Munition am Set

Laut der eidesstattlichen Erklärung sagte Waffenmeisterin Hannah Gutierrez Reed, dass sie am Tag des Vorfalls sichergestellt habe, dass die für die Produktion bestimmte Munition „Attrappen" waren und keine „heißen" Patronen enthielten. Sie gab an, dass niemals scharfe Munition am Set aufbewahrt wurde. Die Ermittler sagten am Mittwoch, dass sie etwa 500 Schuss Munition am Set sichergestellt hätten - eine Mischung aus "Platzpatronen, Attrappen und vermutlich scharfer Munition", so der Sheriff von Santa Fe County, Adan Mendoza.

Welche Folgen der Todesfall am „Rust"-Set haben wird, ist noch unklar. Bezirksstaatsanwältin Carmack-Altwies wies bei einer Pressekonferenz darauf hin, dass es noch zu früh sei, um Anklage zu erheben. Sie werde zum jetzigen Zeitpunkt jedoch für niemanden ausgeschlossen - „alle Optionen sind jetzt noch auf dem Tisch". Wann es neue Ergebnisse oder mögliche Anklagen und Festnahmen geben werde, könne zu dem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. /spot on news/ csp)