Tim Lobinger spricht in bewegendem Interview über die erneute Krebs-Diagnose

Frauke Ludowig trifft Tim Lobinger
01:28 Min Frauke Ludowig trifft Tim Lobinger

Tim Lobinger spricht über seine Krebs-Diagnose

Fünf Chemotherapien hat Tim Lobinger über sich ergehen lassen. Dann die beruhigende Nachricht: Der Krebs ist weg. Der Stabhochspringer glaubte die Krankheit besiegt zu haben und begann sich nach den Strapazen der vergangenen Monate wieder auf ein normales Leben einzustellen. Im Januar erfolgte dann die Schockdiagnose: Der Krebs ist zurück. Im Interview erzählt er von den schweren Monaten und wie er sich dem Kampf gegen die neuerliche Diagnose stellt.

Die Diagnose schweißte Familie Lobinger zusammen

Seine Frau Alina (37) und Tim (45) hatten sich eigentlich nach 16 Jahren getrennt, doch nach der Diagnose blieb sie bei ihm. Ein Paar sind sie nicht mehr, aber als Partner stehen sie zueinander. Deshalb sagt er auch, "es ist ein Familien- und ein Lebensversprechen, aber auch ein Dankeschön", als er auf seinen Ehering angesprochen wird - er trägt ihn nach wie vor an seiner Hand.

Tim Lobinger sagt dem Krebs den Kampf an

Vom ersten Abend, als sich sein Leben komplett ändern sollte, spricht er mit beeindruckender Klarheit: "Vor lauter Erschöpfung konnte ich einschlafen, am nächsten Morgen bin ich aufgewacht, habe nochmal reinigend geweint und dann war's aber so, 'OK, jetzt geht's los!'" Er beschloss, sich voll und ganz seinem Körper, aber auch der Medizin anzuvertrauen. Vorwürfe macht er sich keine. Auch in Selbstmitleid zu versinken oder gar aufzugeben waren keine Optionen für ihn.

Alleine auf der Isolationsstation

Der schwerste Moment, der Tiefpunkt, war letztlich die Situation, als er sich auf der Isolationsstation befand: "Ich lag sechs Wochen in einem Zimmer ohne Kontakt mit der Außenwelt und fühlte mich verlassen und leer." Er rappelte sich aber wieder auf und führte seinen Kampf gegen die Krankheit fort. Als dann ein Stammzellenspender gefunden war, wuchs die Hoffnung, die Leukämie endgültig zu besiegen. Seit Januar muss er sich dem Kampf, den er mittlerweile glaubte gewonnen zu haben, leider erneut stellen. Für Tim heißt es nun: nicht aufgeben, denn verlieren ist immer noch keine Option!