Vor 12 Jahren bekam sie die Diagnose Brustkrebs

Sylvie Meis über Krebserkrankung: „Mein Sohn war erst drei. Er streichelte mir oft über den kahlen Kopf“

Sylvie Meis mit ihrem Sohn Damian.
Sylvie Meis mit ihrem Sohn Damian. © Instagram / sylviemeis

Diagnose Brustkrebs

Mittlerweile zwölf Jahre ist es her, dass bei Sylvie Meis (43) Brustkrebs diagnostiziert worden ist. Die Moderatorin geht ganz offen mit dem wohl schwierigsten Kapitel ihres Lebens um. Präsidentin des weltweiten Frauennetzwerkes Women Political Leaders (WPL) und frühere FDP-Spitzenpolitikerin Silvana Koch-Mehrin (50) bekam die Diagnose vor zwei Jahren und spricht mit Sylvie in einem emotionalen Interview jetzt über die heimtückische Krankheit.

„Ich musste mich stundenlang übergeben, dachte, ich sterbe jetzt“

Im Gespräch mit „Bild am Sonntag“ erinnern sich die beiden Frauen an die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens zurück. „Mir ging es nach jeder Chemo extrem schlecht. Ich musste mich stundenlang übergeben, dachte, ich sterbe jetzt. Ich lag im Badezimmer auf dem Boden, konnte nicht aufstehen“, erzählt Sylvie. Dass sie dann auch noch ihre Haare verlor, war für sie nicht leicht: „Es war schlimm, weil ich es nicht selbst bestimmen konnte. Krass war auch, keine Augenbrauen, keine Wimpern mehr zu haben. Anfangs hatte ich nicht den Mut, in den Spiegel zu schauen und mich kahl zu sehen. Als mir der Friseur den Rest meiner Haare abrasierte, waren alle Spiegel abgehängt.“ Erst Wochen später habe sie den Mut gefunden, hinzuschauen. Damals habe sie mit ihrem heutigen Ex-Mann Rafael van der Vaart (38) und ihrem gemeinsamen Sohn Damian (15) in Madrid gelebt, die Hitze unter ihrer Perücke sei unerträglich gewesen: „Irgendwann lief ich zu Hause ohne herum, das war ein Gefühl der Befreiung.“

Von ihrer Familie bekam Sylvie jede Menge Unterstützung. „Mein Sohn war erst drei. Er streichelte mir oft über den kahlen Kopf. Auch mein Ex-Mann Rafael stand fest zu mir. Wir waren ja noch jung, er 26, ich 31. Beide liebten mich so, wie ich war. Das half extrem“, hält die heute 43-Jährige fest.

Damian war Sylvie Meis' rettender Anker

Sylvie und Rafael hätten nie über den Tod gesprochen, denn Sylvie wollte weiterleben – für ihren Sohn. „Damian sagt mir heute manchmal, dass er sich an die Zeit noch erinnern könne, obwohl er noch so klein war“, gibt sie preis.

Silvana Koch-Mehrin  im Jahr 2013
Silvana Koch-Mehrin © picture alliance / dpa | Paul Zinken

Silvana ist ebenfalls Mutter von drei Töchtern – und vor allem ihre Jüngste hatte mit der Diagnose zu kämpfen. „Alle um uns herum sagten ständig: Wenn deine Mama jetzt auch noch an Corona erkrankt, wird sie sterben – und prompt habe ich es. Für unsere Kleine war das ein solches Psychotrauma, dass sie alle Haare verlor. Sie trägt quasi ihre Seele nach außen. Jeden Tag, wenn ich mein Kind ansehe, wird mir bewusst, wie sehr sie unter meiner Krankheit leidet“, erzählt sie. Ob die Haare der 13-Jährigen wieder nachwachsen werden, ist nicht klar: „Sie ist unglaublich stark, zeigt offen ihren kahlen Kopf, obwohl sie vorher lange, blonde Locken hatte. Sie sagt: ‘Ich bin genau richtig so, wie ich bin’, und macht damit anderen Mut.“ Genauso wie ihre Mutter und Sylvie, die aus ihrer Krebserkrankung kein Tabuthema machen. (dga)

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