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Hollywood Blog by Jessica Mazur

Stylistin von Bradley Cooper und Rami Malek verrät ihre Mode-Geheimnisse

Ilaria Urbinati
Ilaria Urbinati kleidet die Hollywood-Männer ein © Ilaria Urbinati

Hollywood Blog von Claudia Oberst

Ilaria Urbinati gehört zu den gefragtesten Stylisten Hollywoods. Zu ihren Kunden zählen unter anderem Bradley Cooper und Rami Malek, die beide für einen Oscar nominiert sind. Im exklusiven Interview verrät Ilaria, wie sie ihre Männer auf die Oscars vorbereitet und wie Rami und Bradley privat so ticken.

Die meisten Leute schauen auf dem roten Teppich nur auf die Kleider der Frauen. Wie schaffst du es, dass deine Männer sich hervortun?

In den letzten Jahren hat sich einiges verändert und die Männer kriegen auf dem roten Teppich heute viel mehr Aufmerksamkeit. Lange Zeit war es so, dass man auffallen musste, um gesehen zu werden. Da habe ich viel mit ungewöhnlichen Farben, Silhouetten und Stoffen gearbeitet. Aber man will nie nach Aufmerksamkeit schreien, sondern etwas schaffen, das einzigartig und kreativ ist und dem Charakter der Person entspricht. Mit jemanden wie Rami, der durch "Bohemian Rhapsody" sowieso schon so viel Aufmerksamkeit bekommt, konzentriere ich mich lieber auf die Details und darauf, dass alles perfekt ist. Es geht nicht darum, hervorzustechen.

Woher weißt du, welches Outfit zu welchem Kunden passt?

Manche Kunden sind sehr maskulin, andere kreativ und wieder anderer mögen es gern schick. Als Stylist muss man Leute lesen können. Wenn ich einen neuen Kunden habe, schaue ich mir an, was für Filme er macht und was er bisher getragen hat. Das sagt mir viel über seinen Style. Man kriegt so ein gutes Gefühl dafür, was sie mögen.

Nehmen wir mal Bradley Cooper als Beispiel. Wie läuft so eine Styling-Sitzung mit ihm ab?

Bradley kommt nicht vorbei und probiert 30 Anzüge an. Er probiert einen an und den ändern wir dann gegebenfalls ab. Für die Award Shows ist jeder Anzug eine Maßanfertigung. Ich gehe zu den Marken und sage ihnen, was ich mir vorstelle. Dann zeichnen sie Sketche und wir suchen die Stoffe aus. Das macht die Sache leichter, weil man sich nur auf ein Outfit konzentrieren muss. Man braucht aber immer eine zweite Option, für den Notfall. Ich versuche, meinen Kunden so viel Arbeit wie möglich abzunehmen. Sie haben während der Award Season so viel um die Ohren. Da hilft es, wenn sie nur ein oder zweimal zur Anprobe kommen müssen.

Finden sich die Männer manchmal zu dick, wenn sie vor dem Spiegel stehen?

Nein, das ist mir noch nie passiert. Die Jungs verlieren manchmal Gewicht oder nehmen zu. Aber das ist nur ein Problem, wenn es viel Gewicht ist. Ein oder zwei Kilo machen nichts aus [lacht]. Ist es nicht erstaunlich, wie viel selbstsicherer Männer im Vergleich zu uns Frauen sind? Es ist nicht fair.

Wie stressig ist der Oscar-Sonntag für dich?

Die Oscar-Verleihung ist das einfachste Event. Es ist die Award Season als ganzes, die anstrengend ist, weil die Schauspieler jeden Abend irgendwo auftreten und für ihren Film werben. Es ist, als ob sie für die Präsidentschaft kandidieren. Zu jedem Event gibt es ein Dinner, eine Party und ein Q&A. Die Oscars sind entspannt, weil wir die Outfits schon vorab fertig haben. Die Schauspieler werden um 14 Uhr abgeholt. Wir machen Sie um 12 Uhr fertig.

Wie entscheidest du, welchen Kunden du ankleidest und wen du deinen Assistenten überlässt?

Das ist nicht einfach, aber ich kann mich ja nicht klonen, deshalb habe ich vier Assistenten. Manche Jungs sind entspannt, manche brauchen mehr Hilfe. Dieses Jahr mache ich Rami fertig. Er ist einer meiner engsten Freunde. Ich will für ihn da sein. Er mag es, wenn ich ihm helfe. Das ist unsere Tradition, schon seit Jahren. Bradley hingegen ist ganz entspannt, er sagt mir immer "Ich mach' mich selbst fertig".

Wie würdest du Bradley und Ramis Sinn für Mode beschreiben?

Rami mag Mode. Er kennt die Designer, geht zu Modeschauen. Er hat viel Respekt für die Arbeit der Modeschöpfer und will das mit seinen Outfits zeigen. Er kennt den Designer von Berluti und die Leute von Luis Vuitton. Bradley ist da ganz ähnlich. Er ist mit vielen Desigern befreundet. Wenn er eine Marke hat, die er mag, trägt er die ganz oft. Er ist einer von den Jungs, die ein T-Shirt, das sie mögen, in zehn Farben kaufen. Er mag Konsistenz.

Hast du einen Tipp für "normale" Männer, die sich schick kleiden wollen?

Ich rate jedem, auf einen guten Schnitt zu achten. Gut gekleidet sein bedeutet nicht, irgendwelchen Trends zu folgen, sondern das zu tragen, was gut an dir aussieht. Eine Sache muss man akzeptieren: Wenn es gut aussehen soll, ist es nicht so bequem. Wenn ich einen neuen Kunden hinzubekomme, kleide ich ihn erstmal eine Größe kleiner als er gewohnt ist. Das ist dann vielleicht etwas unbequem, aber es sieht einfach besser aus als der Schlabberlook.

Jessica Mazur