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Start von 'Guardians of the Galaxy Vol. 2': Darauf können sich die Fans freuen

Schleppender Start und emotionales Finale

Keine Frage, die Marvel Studios haben schon einige beeindruckende Superhelden-Filmreihen in die Kinos gebracht. Doch kaum eine Fortsetzung wurde so herbeigesehnt wie die von 'Guardians of the Galaxy'. Gelingt der Anschluss an das Überraschungsdebüt?

4 von 5 Punkten

Von Sebastian Wieseler

Thematisch und chronologisch führt 'Guardians of the Galaxy Vol. 2' die Handlung des ersten Films nahtlos fort. Nachdem sich die fünf Außenseiter in Teil eins als Familie zusammengefunden haben, geht es im zweiten Film um eine schwierigere Aufgabe: Die fünf äußerst eigenwilligen, schrägen Charaktere müssen als Familie gemeinsam bestehen. Und das im keineswegs langweiligen Alltag als Beschützer des Universums – 'Guardians of the Galaxy' eben. Das Rätsel um Peter Quills (Chris Pratt) wahre Abstammung hat zentrale Bedeutung, doch mit alten Feinden und neuen Verbündeten bilden sich weitere Herausforderungen.

Dabei stellt Publikumsliebling Rocket (im Original gesprochen von Bradley Cooper) seine Langfinger-Qualitäten unter Beweis und macht den 'Guardians'  die in Gold gewandte Hohepriesterin Ayesha zum Feind. Doch dieser Handlungsstrang reicht nicht, um den galaktischen Wahnsinn in Fahrt zu bringen. Nicht alle Gags der Spaßvögel zünden, erst als Peter Quill alias Star-Lord seinen Vater Ego kennengelernt hat, beginnt das Weltraum-Abenteuer so richtig. Kurt Russell verkörpert die übermächtige Vaterfigur. Der Ravager und Adoptiv-Vater Yondu (Michael Rooker) nimmt einen geheimnisvollen Gegenpart ein. Sylvester Stallone erweitert das immense Star-Aufgebot in einer Nebenrolle als Fixpunkt der aufgewühlten Banditentruppe Ravagers.

Die grüne Alien-Attentäterin Gamora (Zoe Saldana) hat weiter ein schwarzes Loch der familiären Probleme zu bewältigen. Der einfache gute-Schwester-böse-Schwester-Aufbau aus Teil eins wird glaubwürdig zu einer komplizierteren Geschwisterbeziehung mit Nebula verwoben. Gamoras Fassade gegenüber jedweder Gefühlsregung bröckelt.

Herziger Baby Groot und 'Awesome Mixtape #2'

Die animierten Helden der Guardians Of The Galaxy Vol. 2: Rocket und Baby Groot.
Rocket und Baby Groot sind ein ungleiches Paar - und verdammt lustig zu beobachten. © Marvel Studios

Für mehr Emotionen sorgen nicht nur die Familienprobleme der Helden. Baby Groot folgt dem merkwürdigen Baumwesen Groot aus dem ersten Film – und ist in der durchgehenden Dreisilbigkeit ("Ich bin Groot") seines Vorfahrens gerade dank unkontrollierter Wutanfälle und Tollpatschigkeit sehr süß. Das könnte nicht nur bei Gamora Muttergefühle wecken. Den einfältigen Muskelprotz Drax (Dave Bautista) nervt das Baby jedoch, ihn fasziniert ein weiterer besonderer Marvel-Charakter – Mantis. Und das obwohl er sie "richtig hässlich" findet.

Die faszinierende Mischung aus Superhelden mit eigenartigen Macken, der Musik auf dem 'Awesome Mixtape #2', effektreicher Action und Humor jeder Farbe hat Regisseur und Drehbuchautor James Gunn in 'Guardians of the Galaxy Vol. 2' behutsam zusammengeführt. Der Aufbau auf den ersten Film ist gelungen, Teil zwei hat dadurch mehr Tiefgang und ist trotzdem Popcornkino.

Den schleppenden Beginn des zweiten Abenteuers garnieren wenige spaßige Szenen. Dass nicht jede Pointe zündet, sei der Verschiedenheit der komischen (Weltall-)Vögel verziehen. Denn beim emotionalen Finale inklusive kosmischem Feuerwerk ist das längst vergessen. Als es dann wieder heißt 'Guardians of the Galaxy will return', wünscht man sich, der dritte Teil möge sofort da anschließen, wo Vol. 2 endet.

Kinostart: 27. April 2017