Totschlag, Steuerhinterziehung, Alkohol am Steuer & ein falsches Mord-Geständnis

Stars vor Gericht: Diese 7 spektakulären Promi-Prozesse machten Schlagzeilen

Deutsche Promis vor Gericht: Ihre Prozesse machten Schlagzeilen.
Deutsche Promis vor Gericht: Ihre Prozesse machten Schlagzeilen. © picture alliance

Influencerin Anna Wilken plant, einen deutschen Comedian vor Gericht zu bringen. Sie wolle sich seine wiederholten öffentlichen Sticheleien nicht mehr gefallen lassen, erklärt die ehemalige GNTM-Kandidatin bei Instagram. Annas Follower mutmaßen, dass es sich bei besagtem Komiker nur um Oliver Pocher handeln könne. Damit reiht sich Olli in eine lange Liste von Promis ein, die ebenfalls schon Prozesserfahrungen machen dürften – oder mussten.

Ingrid van Bergen erschoss ihren Geliebteb

Ingrid van Bergen erschoss ihre Mann und ging dafür ins Gefängnis.
Ingrid van Bergen erschoss ihre Mann und ging dafür ins Gefängnis. © Foto: Geisler-Fotopress/Bartilla, R4179 Thomas Bartilla/Geisler-Fotopres

Die deutsche Star-Schauspielerin Ingrid van Bergen (91) erschoss am 3. Februar 1977 ihren jüngeren Geliebten Klaus Knaths nach einem heftigen Streit in ihrer Villa am Starnberger See. Zum Tatzeitpunkt war sie alkoholisiert und hatte Valium genommen.

Im RTL-Dschungelcamp gestand sie 2015, dass sie die Tat bereute: „Ich liebte den Mann.“ Die Schauspielerin wurde wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt. Fünf davon saß sie im Frauengefängnis Aichach in Bayern ab. 1982 wurde sie wegen guter Führung vorzeitig entlassen.

Günther Kaufmann ging aus Liebe wegen Mord in den Knast

Schauspieler Günther Kaufmann legte aus Liebe zu seiner Frau ein falsches Geständnis ab.
Schauspieler Günther Kaufmann legte aus Liebe zu seiner Frau ein falsches Geständnis ab. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Fassbinder-Star Günther Kaufmann legte 2001 aus Liebe zu seiner krebskranken Frau Alexandra ein falsches Geständnis ab und ließ sich für den Mord an seinem Steuerberater verurteilen. Er wollte damit erreichen, dass die Ermittlungen gegen seine Frau wegen des Verdachts der Mitverantwortung eingestellt werden. Alexandra hatte die eigentlichen Mörder angestiftet, nachdem sie den Steuerberater um rund 850.000 Mark betrogen hatte. Für räuberische Erpressung mit Todesfolge wurde Kaufmann zu 15 Jahren Haft verurteilt. Drei Jahre davon saß er ab. Als die eigentlichen Täter 2004 verurteilt wurden, widerrief Günther Kaufmann seine Aussage und wurde nach 831 Tagen freigelassen.

Im Zuge seines Geständnisses hatte Günther Kaufmann Komplizen benannt, die dadurch in Untersuchungshaft kamen. Deshalb wurde er im Jahre 2006 zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten wegen schwerer Freiheitsberaubung durch falsche Verdächtigungen verurteilt.

Seine Frau starb noch vor Ende des Prozesses. Günther Kaufmann erlag am 10 Mai 2012 einem Herzinfarkt.

Tatjana Gsells Mann starb nach einem vorgetäuschten Überfall

Tatjana Gsells Mann Franz stirbt an den Folgen eines brutalen Überfalls.
Tatjana Gsells Mann Franz stirbt an den Folgen eines brutalen Überfalls. © picture alliance

Am 5. Januar 2003 wird der 76-jährige Schönheitschirurg Franz Gsell in seiner Villa in Nürnberg brutal überfallen. Die Polizei geht schnell davon aus, dass der Überfall vorgetäuscht worden sein könnte. Sie hegt den Verdacht, dass der 100.000 Euro teure Mercedes von Gsells damals 33-jähriger Ehefrau Tatjana an eine Belgrader Autoschieberbande verkauft werden sollte, um ihn dann als gestohlen zu melden und die Versicherungssumme zu kassieren. Bei der abgesprochenen Fahrzeugübergabe soll es zum handgreiflichen Streit zwischen Gsell und den Autoschiebern gekommen sein. Der Schönheitschirurg erliegt zwei Monate später den brutalen Verletzungen, die er dabei davon getragen hat.

Seine Witwe Tatjana kommt aufgrund der Verdachtsmomente gegen sie von April bis Oktober 2003 in Untersuchungshaft. In der Hauptverhandlung vor dem Landgericht Nürnberg im Juli 2004 räumt sie die Vorwürfe des versuchten Versicherungsbetruges und des Vortäuschens einer Straftat ein. Sie wird zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 30.000 Euro verurteilt. .

2014 wird der Fall erneut vor Gericht aufgerollt, um den Tod von Franz Gsell zu klären. Dabei widerruft Tatjana Gsell ihr früheres Geständnis. Der Richter stellt fest, dass sie „an den Verletzungen des Dr. Gsell nicht schuldig ist“.

Menowin Fröhlich ist ein Wiederholungstäter

Ende 2005 wurde der DSDS-Zweite Menowin Fröhlich wegen gefährlicher Körperverletzung und Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die offene Bewährung einer Reststrafe von 313 Tagen wurde am 23. Juli 2010 vom Amtsgericht Darmstadt wegen Verstoß gegen die Bewährungsauflagen widerrufen. Da Menowin die Haft nicht wie gefordert zum 15. Februar 2011 freiwillig angetreten hatte, wurde er am darauf folgenden Tag festgenommen.

Im Mai 2011 bekam der Sänger eine Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung. Der Antrag auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis wurde abgelehnt und Menowin konnte erst im Dezember 2011 das Gefängnis verlassen. Im Februar 2017 verurteilte das Amtsgericht Heidelberg Menowin zu einem Jahr Haft ohne Bewährung wegen Fahrens unter Drogeneinfluss.

2019 soll Menowin 1,13 Promille im Blut gehabt haben, als ihn die Polizei am Steuer erwischte – ohne Führerschein. Obwohl Menowin bereits auf Bewährung war, kam er damals noch mit einem blauen Augen davon und wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Das Landgericht Darmstadt verurteilte hob das Urteil im März 2022 auf und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung. Sein Anwalt legte Revision ein.

Im Video: Menowin sorgt sich nach dem Urteil um seine Kinder

Menowin Fröhlich verurteilt! Sorge um seine 6 Kinder
01:21 Min

Menowin Fröhlich verurteilt! Sorge um seine 6 Kinder

Tennis-Legende Boris Becker muss hinter Gitter

Boris Becker musste wegen Steuerhinterziehung in den Knast.
Boris Becker musste wegen Steuerhinterziehung in den Knast. © dpa, Kirsty O'connor, nwi kde

Dieses Urteil schlug ein wie eine Bombe: Boris Becker (54) muss hinter Gitter. Der Tennis-Legende wurde in einem Insolvenzverfahren vorgeworfen, Vermögen verschleiert zu haben. Am Freitag, den 29. April 2022 verkündete die Richterin vor dem Southwark Crown Court in London, dass der einstige Tennis-Profi für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis muss. Vom Gerichtssaal aus ging es in Handschellen sofort in eines der härtesten Englands: ins Gefängnis Wandsworth in Südlondon. Erst nach der Hälfte der Zeit hat der Ex-Profisportler die Möglichkeit, auf Bewährung auf freien Fuß zu kommen.

Inzwischen wurde Boris Becker verlegt und sitzt in einer Einzelzelle im Huntercombe-Gefängnis, das als deutlich humaner gilt.

Boris Becker in anderes Gefängnis verlegt
02:23 Min

Boris Becker in anderes Gefängnis verlegt

Zoff um "Keinohrhasen": Til Schweiger wird verklagt

Schauspieler Til Schweiger wurde von Anika Decker verklagt.
Schauspieler Til Schweiger wurde von Anika Decker verklagt. © dpa, Britta Pedersen, bsc kde exa

Drehbuchautorin Anika Decker erhielt für ihre Arbeit an den Erfolgsfilmen „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ 50.000 Euro. Unverhältnismäßig wenig, fand sie – in Anbetracht der knapp 70 Millionen Euro, die die Filme (geschätzt) eingespielt haben. Deswegen zog sie 2020 vor Gericht und verklagte Til Schweiger (56) und seine Produktionsfirma „Barefoot Films“ auf Auskunft über die Gesamteinnahmen. Das Landgericht sah wegen des überdurchschnittlichen Erfolgs der Filme tatsächlich Anhaltspunkte für einen Anspruch der Autorin.

Hintergrund ihrer sogenannten Stufenklage ist der „Fairnessparagraf“ im Urheberrecht. Er sieht eine zusätzliche nachträgliche Bezahlung vor, wenn das ursprüngliche Honorar und die späteren Gewinne in einem auffälligen Missverhältnis stehen.

Uli Hoeneß hinterzog Steuern in Höhe von 28,5 Millionen Euro

Uli Hoeneß saß wegen Steuerhinterziehung ein.
Uli Hoeneß saß wegen Steuerhinterziehung ein. © dpa, Sven Hoppe

Uli Hoeneß, der Ex-Präsident des FC Bayern München, wird 2014 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Landgericht München sprach den Präsidenten des FC Bayern München in einem der spektakulärsten Steuerverfahren in Deutschland in sieben Fällen schuldig.

Die ersten Monaten verbrachte Hoeneß im geschlossenen Vollzug, war dann Freigänger. Wegen vorbildlichen Verhaltens wurde seine Haftstrafe schließlich halbiert. Seit 2016 ist Hoeneß wieder auf freiem Fuß. (csp)

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