So wird der Österreich-"Tatort" am Sonntag

So wird der Österreich-"Tatort" am Sonntag
Was bewegt David Frank (Aaron Karl) zu seiner Tat? © ARD Degeto/ORF/Hubert Mican, SpotOn
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"Schock" in Wien

"Bevor ich ihnen sage, worum es geht, ist es wichtig, dass Sie eines wissen: Ich bin normal. Völlig normal... Mein Name ist David Frank. Ich werde meine Mutter, meinen Vater und anschließend mich selbst töten." Mit dieser Botschaft eines Wiener Studenten beginnt der "Tatort: Schock" (22. Januar um 20:15 Uhr im Ersten) und versetzt die Ermittler in höchste Alarmbereitschaft. Im spannungsgeladenen Krimi aus Österreich geht es dieses Mal nicht darum, einen Mord aufzuklären, sondern einen zu verhindern.

Der Fall

Nach der öffentlichen Doppelmord-Ankündigung von David Frank (Aaron Karl) steht das Ermittler-Duo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) vor einer ihrer größten Herausforderungen. Die Eltern des hochintelligenten Täters, eine erfolgreiche Anwältin und ein angesehener Wissenschaftler, sind verschwunden, vom Sohn ebenfalls keine Spur. Was bringt den jungen Mann zu solch einer Entscheidung? In weiteren Videos versucht der Student sein Motiv zu erklären. Die Sonderkommission arbeitet währenddessen unter Hochdruck, um das Verbrechen zu verhindern. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Sehenswert?

Nach seinem erfolgreichen "Tatort"-Debüt mit "Grenzfall" (2015) schafft Drehbuchautor und Regisseur Rupert Henning (49) es erneut, einen spektakulären Fall auf den Fernsehbildschirm zu bringen. Dieses Mal dreht er das typische Krimi-Prinzip um und stellt die Kommissare in ihrem 15. gemeinsamen Fall vor eine neue, nervenzerreißende Herausforderung. Dabei spielen der Leistungsdruck der heutigen Generation und Gesellschaftskritik eine wesentliche Rolle. Durch seine ungewohnte Aufmachung wirkt der Krimi zudem mehr wie ein Psychothriller. Er behält die Spannung, mit der er beginnt, bis zum dramatischen Ende bei.

Besonders bemerkenswert ist außerdem die Darbietung von Aaron Karl (26). Der Sohn von Schauspieler Fritz Karl (49, "Unter Feinden") liefert uns einen verstörenden und bedrohlichen Täter, doch wirkt dabei seltsamerweise keineswegs böse. Er schafft es, eine innere Zerrissenheit und Rationalität zu vermitteln, durch die man den Täter mit seinem perfiden Plan nicht als solchen wahrnimmt.

Fazit

Mit den Problemen der "Generation Y" trifft der Österreich-"Tatort" einen ganz bestimmten Nerv. Der Krimi vereint diese Aktualität mit einer dramatisch-spannenden Geschichte, die auch noch lange nach den 90 Minuten im Kopf bleibt. Nicht zuletzt durch eine hervorragende Leistung der Schauspieler wird "Schock" zu einem echten Must-See an diesem Sonntagabend.

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