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"So viel Zeit": Jan Josef Liefers will ein letztes Mal rocken

"So viel Zeit": Jan Josef Liefers will ein letztes Mal rocken
Die Band (v.l. Richy Müller, Jan Josef Liefers, Matthias Bundschuh und Armin Rohde) sucht einen neuen Leadsänger: Daniel (Serafin Mishiev) unterstützt sie © Universum Film, SpotOn

Ab 22. November im Kino

Das Leben hat so seine Tücken. Das merkt auch "Tatort"-Star Jan Josef Liefers (54) in seinem neuen Kinofilm "So viel Zeit", der am 22. November in den deutschen Kinos anläuft. Es geht nicht nur um den letzten großen Auftritt und Musik, sondern auch ums Älterwerden, den Alltagstrott, Wünsche wie Ziele, ums Vatersein, um Freundschaft und um den Tod. Und Liefers hat dabei hochkarätige Unterstützung.

Ein letztes Aufbäumen?

Das Leben von Rainer (Jan Josef Liefers) läuft ganz und gar nicht so, wie er es sich als junger Mann erträumt hat. Langweiliger Job, die Frau ist weg und sein Sohn Daniel (Serafin Mishiev) hätte sich auch einen tolleren Papa gewünscht. Als wäre das alles nicht genug, eröffnet ihm seine Ärztin, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Da packt ihn der Ehrgeiz: Er will seine alte Band "Bochums Steine" wieder zusammentrommeln.

Doch seine ehemaligen Bandkollegen Bulle (Armin Rohde), Konni (Matthias Bundschuh), Thomas (Richy Müller) und besonders Ole (Jürgen Vogel) haben ihm einen folgenschweren Fauxpas von vor 30 Jahren nicht verziehen. Immerhin hat er ihren großen Durchbruch in den Sand gesetzt. Kann er sie dennoch zum Comeback überreden? Oder rennt ihm letztlich die Zeit schneller davon als gedacht...?

Star-Aufgebot vom Feinsten

"So viel Zeit" fährt schwere schauspielerische Geschütze auf: Neben Liefers treten auch Matthias Bundschuh (52), Richy Müller (63), Armin Rohde (63) und Jürgen Vogel (50) als Rock-Opas zum Teil mit Rauschebärten und langen Haaren auf. Ein Star-Ensemble vom Feinsten, dass sich gemeinsam durch die Tücken des Älterwerdens manövriert. Wer geglaubt hat, man darf den älteren Herren hauptsächlich beim Rocken auf der Bühne zusehen, irrt sich jedoch.

Dennoch gehören die Szenen, in denen die deutschen Schauspielstars ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis stellen zu den Highlights. Vor allem Liefers - der bekanntlich privat mit seiner Band Radio Doria die Bühnen unsicher macht - scheint in der Doppel-Rolle als Schauspieler und Musiker aufzugehen. Doch alle geben als Rock-Opas eine gute Figur ab. Ein Konzert in dieser Kombo dürfte Fanherzen höherschlagen lassen. Da passen auch die Scorpions ("Wind of Change") mit ihrem Gastauftritt wie die Faust aufs Auge.

Der Musikfilm passt zur Herbstzeit, wenn es draußen wieder schneller dunkel wird und die Welt ein bisschen trister erscheint, als sie eigentlich ist. Ein Gegensatz zum Blockbuster-Kino mit schnellen Schnittfolgen, jeder Menge Action und Explosionen. Dafür etwas fürs Herz, mit Schluchz-Potential und sympathischen deutschen Leinwandhelden.

Fazit

"So viel Zeit" kommt überraschend melancholisch und tiefgründig daher. Zwar gibt es jede Menge zu lachen, vor allem wenn es ums Thema Liebe im Alter geht, doch der Tod ist allgegenwärtig. Ein Film der zum Nachdenken anregt, über verlorene Zeit, verpasste Chancen und den Sinn des Lebens.

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