Sibel Kekilli will Hatern keine Plattform bieten: Ignoranz ist besser als Wut

Sibel Kekilli: Anfeindungen werden privat geregelt
Sibel Kekilli wehrt sich auch ohne öffentliche Schlammschlacht © Ivan Nikolov/WENN.com, WENN

Sibel Kekilli wehrt sich juristisch gegen Anfeindungen und Hass. Allerdings möchte sie die ganze Sache nicht gern an die große Glocke hängen.

Sibel Kekilli (39) ist nicht die einzige deutsche Schauspielerin mit türkischen Wurzeln und sie ist ebenso wenig die einzige, die von den Medien auf ihre Meinung zur aktuellen politischen Situation angesprochen wird. Gegen Anfeindungen aller Art wehrt sie sich juristisch – allerdings bewusst nicht öffentlich.

Sibel Kekilli: Keine Plattform für Hater

"Ich will das nicht benennen, weil ich den Menschen keine Plattform bieten möchte. Ignoranz ist immer eine bessere Waffe als Wut", sagt die Schauspielerin gegenüber der Zeitung 'Zeit: Hamburg'.

Aus diesem Grund wird sie ihr genaues Vorgehen wohl auch nicht öffentlich machen. "Die Wut nimmt mir nur die Energie, und die Person, gegen die sie sich richtet, wird auch noch aufgewertet."

Sibel Kekilli bleibt standhaft

Ausschlaggebend für Kekilli war ein Vorfall mit einer Journalistin, die ihr die Worte im Mund umgedreht habe. "Ich habe immer gesagt, dass ich keine Politikerin bin und keine Türkei-Expertin. Vor zwei Jahren ungefähr habe ich eine Anfrage von einer Journalistin bekommen, es ging um die Türkei. Ich habe abgesagt, weil ich mich nicht instrumentalisieren lassen wollte. Sie hat dann einen Bericht darüber geschrieben, dass es traurig sei, wie viele Schauspieler und Künstler Angst hätten, weil ich anscheinend nicht die Einzige war, die sich nicht äußern wollte."

Für sie ist auch das ganz klar eine Form von Rassismus, die sie sich so nicht gefalle lassen wolle. "Man fragt doch auch nicht deutsch-russische Schauspieler, wie sie Putin finden, oder macht deutsch-amerikanische Schauspieler für Trump verantwortlich."

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