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Sex-Skandal um Harvey Weinstein: Der Filmproduzent gelobt Besserung

Hollywood-Insider halten Harvey Weinstein für erledigt

"Hollywood Exit" titel das Branchenblatt 'Variety' und prognostiziert: "Harvey Weinsteins Karriere ist wahrscheinlich vorbei." Denn einer der mächtigsten Männer der Traumfabrik stolpert über einen Sexskandal.

Er will sich behandeln lassen

Er ist einer der einflussreichsten Filmproduzenten in Hollywood: Harvey Weinstein (65). Als Chef der Weinstein-Company hat er gemeinsam mit seinem Bruder Bob (62) für Filmklassiker wie 'Der Englische Patient', 'Pulp Fiction' oder die Oscar-Abräumer 'The King's Speech' und Silver Linings' gesorgt. Doch umso tiefer ist nun sein Fall. Die renommierte 'New York Times' enthüllte, dass Weinstein im Laufe seiner langen Karriere mehrere Frauen sexuell belästigt haben soll.

Unter den Frauen, denen Weinstein sich auf aufdringliche Weise genähert haben soll, ist die Schauspielerin Ashley Judd (49, 'Doppelmord'). Im Artikel der 'New York Times' berichtet Judd, dass Weinstein sie während der Dreharbeiten zu 'Denn zum Küssen sind sie da' 1997 "nur im Bademantel bekleidet" darum gebeten habe, ihm beim Duschen zuzuschauen. Was sie heute dazu sagt und wen Harvey Weinstein noch belästigt haben soll, sehen Sie in unserem Video.

Nun zog Harvey Weinstein seine Konsequenzen aus diesem Skandal, jedoch nicht ohne seinen zumindest vorübergehenden Rückzug aus dem Showgeschäft in einem langen Statement zu erklären.

Laut des Schreibens, das die 'New York Times' auf ihrer Website veröffentlicht, sieht sich Weinstein als ein Opfer seiner Zeit: "Ich wurde in den 60er und 70er Jahren erwachsen, als noch alle Regeln über das Verhalten am Arbeitsplatz anders waren", beginnt er sein Statement. Als Ausrede für seine Taten wolle er das aber nicht benutzen, heißt es sofort im Anschluss. "Ich habe vor einiger Zeit erkannt, dass ich ein besserer Mensch werden muss. Mein Umgang mit den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, hat sich geändert." Für den Schmerz, den er in der Vergangenheit verursacht habe, wolle er sich hiermit "zutiefst entschuldigen". In den sozialen Netzwerken reagierten Männer wie Frauen höhnisch auf seine ich-bezogenen Worte.

Kampf gegen seine "Dämonen"

Harvey Weinstein und Gattin Georgina Chapman
Im Februar 2017 lächelt Harvey Weinsteins Gattin Georgina Chapman noch über die bösen Gerüchte hinweg © 2017 Getty Images, Pascal Le Segretain

Doch dabei belässt er es nicht. Er sehe es nun als seine Aufgabe an, seine "Dämonen zu besiegen". Schaffen will er das, indem er seinem Filmstudio zumindest vorübergehend den Rücken kehrt, um sich eingehend von Therapeuten behandeln zu lassen. Um zu veranschaulichen, für wen er das alles mache, zitierte Weinstein nicht ganz detailgetreu eine Passage aus Jay-Zs Song '4:44': "Ich bin nicht der Mann, der ich dachte zu sein. Aber für meine Kinder bin ich besser dieser Mann". Wir erinnern uns: Den Song soll Jay-Z geschrieben haben, um sich bei seiner Gattin Beyoncé fürs Fremdgehen zu entschuldigen.

Nachwuchs hat Weinstein wahrlich genug: Mit seiner aktuellen Frau Georgina Chapman zwei Kinder, dazu drei aus der Ehe zuvor mit Eve Chilton Weinstein. Doch ist das nun ehrliche Reue oder ein letzter Schachzug, um Schlimmeres zu vermeiden? Nach Bedauern klang es kurz zuvor jedenfalls nicht, als Weinsteins Anwalt laut 'Variety' eine Klage gegen die 'New York Times' wegen des veröffentlichten Artikels vorbereiten wollte...

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