Samuel Koch: Behinderte werden auf der Bühne ausgegrenzt

Samuel Koch: Behinderte werden auf der Bühne ausgegrenzt
Samuel Koch muss um seine Rollen kämpfen © AEDT/WENN.com, WENN

Samuel Koch ist ab sofort im Mannheimer Nationaltheater in 'Warten auf Godot' zu sehen. Bis dahin war es für den Schauspieler ein weiter Weg.

Samuel Koch (32) hat es geschafft, möchte man meinen: Neun Jahre nach seinem tragischen Auftritt bei 'Wetten, dass..?', bei dem ein missglückter Sprung über ein Auto zur Querschnittslähmung führte, ist er ein festes Ensemblemitglied des Nationaltheaters Mannheim. Dort kann man ihn jetzt im Beckett-Klassiker 'Warten auf Godot' sehen. Doch leicht war es nicht für den Schauspieler, dorthin zu kommen, wo er heute ist.

Gelebte Werte auf der Bühne

Wer das Umfeld der Schauspielerei für offen und inklusiv hält, dem nimmt Samuel im Gespräch mit der 'Mannheimer Zeitung' schnell die Illusion. Er habe sich von anderen sagen lassen müssen "dass sie nur professionell und deswegen nicht mit Behinderten arbeiten." Das hat ihn ernüchtert. Schließlich seien am Theater doch Kreativität und Fantasie gefragt: "Wo gelten diese Werte, wenn nicht auf der Bühne?" Auch sonst geht es in Samuels Leben oft ruppig zu. Kaum zu glauben, aber es gibt genug Leute, die den einstigen Wettkandidaten wegen des Unfalls bepöbeln, der in seiner Querschnittlähmung endete.

Samuel Koch wird beschimpft.

"Für das, was damals passiert ist, werde ich noch heute teilweise radikal beschimpft." Das beschäftige ihn schon manchmal, allerdings könne er ja nicht "mit jedem gut Freund sein." Ja, er trage die Schuld an seinem Unfall selbst: "Ich habe die Aktion zweimal abgesagt und beim dritten Mal sage ich zu und es passiert die Katastrophe." Doch Samuel Koch gab nicht auf. Er hat es als Schauspieler geschafft — allen Pöblern zum Trotz.

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