Roberto Blanco: Lasst mich doch mal was Neues probieren!

Roberto Blanco: Lasst mich doch mal was Neues probieren!
Roberto Blanco ist vielseitiger als mancher so denkt © WENN.com, WENN

Sänger Roberto Blanco ist müde, nur auf seinen größten Hit, ‘Ein bisschen Spaß muss sein’ reduziert zu werden. Jazz hat ihm lange niemand zugetraut

Roberto Blanco (82) hat sich mit ‘Ein bisschen Spaß muss sein’ in die Herzen der deutschsprachigen Gemeinde gesungen. Seit Jahrzehnten wird er immer wieder gebeten, noch einmal diesen Hit anzustimmen. Dadurch ist der Musiker in eine Schublade gesteckt worden, aus der er nur schwer herauskommt.

Alles muss man selber machen

Dennoch gelang ihm ein Imagewechsel gelegentlich, etwa 2013, als er sein Jazzalbum ‘Swinging New York’ aufnahm. Das wollte in Deutschland allerdings erst niemand produzieren, wie sich Roberto im Interview mit der ‘Augsburger Allgemeinen’ erinnert: "Meine deutschen Plattenfirmen winkten ab. ‘Wenn wir Jazz wollen, dann die Originale!’ Erst als ich in New York mit einer super Big Band und einem tollen Arrangeur in einem Spitzen-Studio selbst eine CD produzierte, zollten sie mir Respekt. Die Radios haben davon trotzdem nichts gespielt." Es blieb ein hartes Stück Arbeit, die Entscheidungsträger im deutschen Musikbusiness davon zu überzeugen, auch andere Stücke auf Lager zu haben als ‘Ein bisschen Spaß muss sein’ und andere Schlager.

Roberto weiß, was er kann

Das hat Roberto teilsweise sehr geärgert, schließlich kann er mehr als nur der nette Partyonkel sein, als der er von deutschen Shows noch immer gerne gebucht wird: "Als Robbie Williams swingte, hat das für Furore gesorgt, obwohl er Popsänger war. Hallo? Ich bin auch nicht mit ‘Ein bisschen Spaß muss sein’ geboren worden. Ich habe mit den großen Orchestern von Kurt Edelhagen, Max Greger, Paul Kuhn und Hazy Osterwald gesungen. Ich bin gesund und habe immer noch eine gute Stimme. Mehr gibt es nicht zu sagen." Punkt. Basta. Aus.

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