Renée Zellweger spielt Judy Garland - mit Mut zu Fältchen!

Überzeugt Renée Zellweger als Judy Garland?
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Überzeugt Renée Zellweger als Judy Garland?

von Mireilla Zirpins

Renée Zellweger hat nicht wirklich viele Filme fürs große Publikum gemacht in den letzten zehn Jahren - wenn man von Bridget Jones' Baby im Jahr 2016 mal absieht. Jetzt meldet sie sich endlich mit einer Paraderolle zurück und spielt mit dunkelbraun gefärbtem Kurzhaarschnitt Leinwand-Ikone Judy Garland. Ob's ihr gelingt, in ihre Fußstapfen zu treten, verrät unser Video.  

Judy Garland war das traurige berühmte Mädchen

Darci Shaw spielt die junge Judy Garland
Darci Shaw spielt die junge Judy © Entertainment One

Sie war einer der traurigsten Stars in Hollywoods goldener Ära - und das seit ihrem frühen Ruhm als Teenager in „Der Zauberer von Oz“: Judy Garland. Sie stand schon als Grundschulkind auf der Bühne und vor der Kamera, herumgeschubst von ambitionierten Eltern und geldgierigen Studiomogulen, schon als Teenager vollgestopft mit Abnehm-, Aufputsch- und Schlafmitteln, wie uns Regisseur Rupert Goold in Rückblenden seines Judy-Garland-Biopics erzählt. Etwas plakativ vielleicht, aber erfrischend gespielt von der 17-jährigen Darci Shaw („The Bay“). 

„Judy“ konzentriert sich auf die letzten Lebensmonate von Judy Garland

Judy Garland kämpfte um das Sorgerecht für ihre jüngsten Kinder
Im Film kämpft Judy Garland um das Sorgerecht für ihre beiden jüngsten Kinder © Entertainment One

Aber sein Hauptaugenmerk richtet Goold ganz auf einen ganz bestimmten Abschnitt am Ende des bewegten Leben Judy Garlands, hier nun natürlich gespielt von Renée Zellweger (50): Als sie nach der Trennung von Ehemann Nr. 3 kaum weiß, wie sie ihren beiden noch minderjährigen Kindern Essen kaufen kann und von ihrem Hotel vor die Tür gesetzt wird. Nun muss die Schauspielerin und Sängerin, deren Karriere mal wieder stagniert, sich mit 46 noch mal aufrappeln und Kohle ranschaffen. Doch um das Sorgerecht für ihre Kinder zu erhalten, muss sie sich erstmal für lange Zeit von ihnen trennen.

Das Angebot, das sie nicht ablehnen kann, ihr aber zu schaffen macht: eine Reihe von Konzerten im Londoner Palladium. Heute sind diese Auftritte legendär, Rupert Goold erzählt uns die Geschichte drumherum: Judy Garlands Versagensängste, ihr Suchtproblem, ihre Schlaflosigkeit, ihr verzweifelter Versuch, mit einem vierten Ehemann noch mal das Glück zu versuchen. Und er endet vor Judy Garlands Tod. Sie starb wenig später am 22. Juni 1969, wenige Tage nach ihrem 47. Geburtstag an einer Überdosis. 

Gänsehautmoment erst am Ende von „Judy“

Doch so richtig kommt das Biopic nicht in Fahrt. Zu sprunghaft sind die Flashbacks in Judys Jugend eingesetzt, zu gemächlich erzählt Rupert Goold seine Geschichte um die exzentrische Entertainerin. Ganz am Ende springt der Funke über, als das Publikum aufsteht und geschlossen den Song zu Ende bringt, bei dem Judy ihre Stimme versagt. Ein echter Gänsehaut-Moment. Aber auch der einzige des Films.