Reaktionen zu Harvey Weinstein: "Es ist noch lange nicht vorbei"

Reaktionen zu Harvey Weinstein: "Es ist noch lange nicht vorbei"
Harvey Weinstein wartet jetzt auf das Strafmaß © Dennis Van Tine/Geisler-Fotopres/picture-alliance/Cover Images, WENN

Harvey Weinstein ist schuldig — das entschied am Montag die Jury in New York. Der Filmproduzent wird eine Gefängnisstrafe wegen sexuellen Missbrauchs absitzen müssen. Die Entscheidung schlug erwartungsgemäß hohe Wellen.

Nach fünf Tagen intensiver Beratungen kam am Montag (24. Februar) das Urteil: Die zwölf Geschworenen, fünf Frauen, sieben Männer, fanden Harvey Weinstein (67) krimineller sexueller Übergriffe für schuldig. Damit steht fest, dass der Filmmogul ('Shakespeare in Love') ins Gefängnis wandern wird. Für wie lange, darüber wird das Gericht noch entscheiden müssen.

Pressekonferenz der Opfer

Bis das Strafmaß verkündet wird, wird Harvey Weinstein in Haft sitzen. Eine Entscheidung, die seine Anklägerinnen begrüßten. Schauspielerin Rose McGowan, die zu den ersten gehörte, die Harvey öffentlich des Fehlverhaltens bezichtigt hatten, war auch unter den ersten, die sich in einer Pressekonferenz zu Wort meldeten: "Dank der mutigen Frauen, die ihren tiefen Schmerz offengelegt haben, sitzt er im Gefängnis Rikers Island. Zum ersten Mal ist er nicht sicher. Zum ersten Mal wird er spüren, wie es ist, wenn eine Macht ihm die Luft abschnürt." Ihre Kollegin Mira Sorvino war ebenfalls zugegen und wies auf die Langzeitfolgen von Weinsteins Taten hin: "Harvey Weinstein hat das Leben vieler beschädigt, auch in unseren Alpträumen, und lange über die eigentliche Tat hinaus." Schauspielerin Rosanna Arquette, die ebenfalls zu den Frauen gehörte, die Harvey Weinstein beschuldigten, schrieb auf Twitter: "Ich bin voller Dankbarkeit für die mutigen Frauen, die vor Gericht ausgesagt haben und für die Geschworenen, die die dreckigen Tricks der Verteidigung durchschaut haben. Wir werden die Gesetze ändern, so dass Opfern künftig zugehört wird, statt an den Pranger gestellt zu werden."

Weitere Anklagen gegen Harvey Weinstein

Die Gruppe Silence Breakers, die maßgeblich daran beteiligt war, Weinstein zur Strecke zu bringen und der neben Rosanna Arquette auch die Schauspielerin Ashley Judd angehört, wies ebenfalls in einem Statement darauf hin, wie viel Mut erforderlich war, um an die Öffentlichkeit zu treten und mahnte, dass es lange nicht vorbei sei: "Es war von Anfang an ein problematischer Prozess, aber er hat gezeigt, welche Schwierigkeiten Frauen bekommen, wenn sie sich mächtigen Tätern entgegenstellen. Das ist noch lange nicht vorbei. Der Staatsanwalt des Los Angeles County District hat ebenfalls Klage erhoben und wir hoffen, dass es schnell zu einem gerechten Urteil kommt."

Harvey Weinstein wurde am Montagabend wegen Schmerzen im Brustkorb und hohen Blutdrucks auf dem Weg zum Gefängnis Rikers Island in ein Krankenhaus gebracht. Das Strafmaß gegen den Filmproduzenten wird am 11. März verkündet.

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