Queen Elizabeth II. meistert ersten Auftritt nach Philips Tod mit Bravour

Queen Elizabeth II.
Queen Elizabeth II. wirkt beim "Queens Speech"-Termin gefasst. © deutsche presse agentur (sport)

Queen Elizabeth zeigt sich erstmals seit Philips Beerdigung wieder außerhalb der Palastmauern

Für die Monarchin ist es der erste öffentliche Auftritt außerhalb ihrer Palastmauern nach dem Tod ihres Gatten Prinz Philip (†99): Queen Elizabeth II. (95) eröffnet am Dienstag das britische Parlament, anders als sonst, im schlichten weißen Tageskleid mit Blütenapplikationen und hellblauem bis fliederfarbenen langen Mantel, dazu den passenden Hut. Und noch etwas fällt auf: Trotz ihres schweren privaten Verlusts vor so kurzer Zeit wirkt die 95-jährige Monarchin gefasst, ernsthaft und tapfer. Wer nicht weiß, welche Tragödie sie vor rund einem Monat im Privaten durchmachte, kann es ihr hier nicht ansehen. Zuletzt hatte sie sich lächelnd in einem Video-Termin gezeigt. Die 95-Jährige scheint zur Tagesordnung zurückgekehrt zu sein.

Queen Elizabeth und Prinz Charles
Queen Elizabeth II. wird von ihrem Sohn Prinz Charles zu ihrem Platz geleitet. © getty images

Prinz Charles steht seiner Mutter bei

In ihrer Rede spricht sie darüber, dass die Regierung weiterhin die Impfungen gegen das Corona-Virus in Großbritannien unterstützen will. Auch um andere Auswirkungen der Pandemie, etwa auf die Wirtschaft oder die Bildung von Kindern, solle sich künftig verstärkt gekümmert werden, damit „jedes Kind eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhält, um sein volles Potential ausschöpfen zu können“.

Während sie spricht, wirkt die Queen entspannt, verliest ihre Rede locker und routiniert. Nur ein leichtes Schniefen ist ab und zu zu hören. Die Monarchin meistert ihren ersten Auftritt mit Bravour – bekommt aber auch ein bisschen Hilfe. Ihr ältester Sohn Prinz Charles (72) und seine Gattin Camilla (73) begleiten die 95-Jährige zu ihrem Termin. Charles führt seine Mutter sogar Hand in Hand zu ihrem Thron und zurück. Ob er damit den letzten Willen seines Vaters erfüllt? Angeblich soll Prinz Philip seinem Sohn auf dem Sterbebett seine Rolle als Beschützer der Queen übergeben haben. In jedem Fall schön, dass sich die Queen in dieser Zeit auf ihren Sohn verlassen kann. Prinz Charles ist dabei nicht der einzige, der die Monarchin unterstützt. Gleich vier Frauen bilden jetzt den engsten Kreis der 95-Jährigen.

Im Video: Die Queen kann schon wieder lächeln

Die Queen kann wieder lächeln
00:35 Min

Die Queen kann wieder lächeln

London-Korrespondent Ulli Oppold zur Queens-Rede

„Sie ist einfach eine faszinierende Frau“, so London-Korrespondent Ulrich Oppold, der die Rede für uns verfolgt hat. Normalerweise fährt sie in einer goldenen Kutsche vor, es wäre der protokollarische Höhepunkt des royalen Kalenders, doch wegen der Pandemie kam die Monarchin in ihrem Bentley am Parlament an. „Man wüsste eigentlich gerne, wie die Queen selbst über das Regierungsprogramm von ‚Premierminister Boris Johnson denkt, das sie traditionell in ihrer Thronrede vorgetragen hat: Es ging um Bildung, Arbeitsplätze und Investitionen, mit denen Großbritannien schneller als andere aus der Coronakrise herausfinden will.“

Königin Elisabeth die Zweite hat schon viele Regierungsprogramme von insgesamt 15 Premierministern vorgetragen, unter ihnen war sogar schon Winston Churchill. Auch daran sieht man, wie die Queen schon zu Lebzeiten Geschichte geschrieben hat – für viele Briten ist sie ein Vorbild, ein ruhender Pol, eine Konstante in ihrem Leben, die ihnen Stabilität und Halt gibt.