Prinz William platzt nach rassistischen Beleidigungen der Kragen: „Ich bin angewidert“

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Prinz William findet deutliche Worte

Die englischen Nationalspieler Bukayo Saka (19), Jadon Sancho (21) und Marcus Rashford (23) haben beim Elfmeterschießen im EM-Endspiel gegen Italien gepatzt. Dafür werden sie von den eigenen Fans auf übelste beschimpft, auch aufgrund ihrer Hautfarbe. Für Prinz William ist das nicht zu ertragen, der britische Royal kocht vor Wut: „Ich bin angewidert von den rassistischen Beschimpfungen“, twittert er am Montag.

Rassismus nach EM-Finale: „Es ist völlig inakzeptabel“

Ganz England reagiert am Tag nach der historischen Niederlange in Wembley gegen Italien mit Empörung und Entsetzen auf die rassistischen Beleidigungen gegen die Elfmeter-Fehlschützen. „Es ist völlig inakzeptabel, dass die Spieler dieses abscheuliche Verhalten ertragen müssen“, twitterte Prinz William, der live im Stadion war. Das müsse „aufhören und alle Beteiligten sollten zur Verantwortung gezogen werden“, schrieb der 39-Jährige weiter.

„Dieses England-Team verdient es, als Helden verehrt und nicht rassistisch beschimpft zu werden“, twitterte auch Premierminister Boris Johnson am Montag. „Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen.“

Diese Fans sind "nicht willkommen"

Sancho, Rashford und Saka waren in den sozialen Medien nach dem verlorenen EM-Finale gegen Italien (2:3 i.E.) von einigen Fußballfans rassistisch beleidigt worden. So fanden sich etwa unter dem jüngsten Instagram-Post des 19-jährigen Saka vom FC Arsenal umgehend Dutzende Kommentare, deren Inhalt übelste Beleidigungen und Verwünschungen waren. Englische Fans hatten auch nach dem Achtelfinalspiel gegen Deutschland ein weinendes deutsches Mädchen im Netz aufs übelste beleidigt.

Dabei hatte ausgerechnet die Nationalmannschaft Englands über die ganze Europameisterschaft hinaus ein Zeichen gegen Alltagsrassismus gesetzt, in dem die Spieler vor jedem Spiel auf die Knie gegangen sind.

Polizei ermittelt gegen englische Fans

Die Metropolitan Police nahm Ermittlungen auf und kündigte an, die Beleidigungen würden „nicht toleriert“ werden. Der englische Verband FA zeigte sich „angewidert“ vom Rassismus im Netz und betonte, diese Art Fans seien „nicht willkommen“. Zudem wurde die Regierung um Johnson aufgefordert, endlich die nötigen Gesetze zu verabschieden, um mit Beleidigungen im Netz Schluss machen zu können. (dpa/mor)