Prinz Philip und Prinz Daniel: Der Fluch der royalen Schattenmänner

Prinz Philip
Prinz Philip geht in den wohlverdienten Ruhestand © 2014 Getty Images, Nigel Treblin

Was Victorias Ehemann von Prinz Philip lernen kann

Die beiden Männer sind sich noch nie begegnet. Prinz Philip und Prinz Daniel trennen weit über 50 Jahre Alterstunterschied. Und doch sind die zwei beliebten Royals vereint in einem Schicksal: dem Schicksal der Schattenmänner. Einer Rolle, die uns Kerlen nicht schmeckt und die wir nur dann packen können, wenn die Liebe zu unserer "Königin des Herzens" riesig ist. Und wenn diese Liebe auch erwidert wird! So wie bei Königin Elisabeth II und genauso wie bei Victoria, der künftigen Königin von Schweden.

Prinz Philip ist sich immer treu geblieben

Die Queen mit ihrem Ehegatten Prinz Philip
Die Queen mit ihrem Ehegatten Prinz Philip (2005) © 2005 Getty Images, Chris Jackson

Es gibt royale Schattenmänner, die – wie Prinz Claus der Niederlande an der Seite von Ex-Königin Beatrix – depressiv geworden sind. Es gibt welche – wie Prinz Henrik von Dänemark, dem Mann von Königin Margrethe, die – nennen wir es mal – im Alter schrullig werden. Und es gibt Männer wie Prinz Philip: Er ist einer, der sich immer treu geblieben ist und ohne den seine Frau Elisabeth es niemals seit über 65 Jahren auf dem britischen Thron ausgehalten hätte.

Daniel hat seine Rolle als Prinzgemahl neu definiert

Kronprinzessin Victoria und ihre Familie feiern ihren 40. Geburtstag (2017)
Kronprinzessin Victoria und ihre Familie feiern ihren 40. Geburtstag (2017) © 2017 Getty Images, Michael Campanella

Victoria von Schweden muss die Geschichte von Prinz Philip, dem heutigen Herzog von Edinburgh, gekannt haben, denn sonst hätte sie ihren Daniel, ihre große Liebe, nicht gleich von Anfang dieser royalen Beziehung an ganz anders positioniert. Und Königin Silvia – ebenfalls eine Bürgerliche, die in ein traditionsreiches Königshaus eingeheiratet hat – war die emotionale Stütze und Fürsprecherin der Kronprinzessin. 

Daniel, der Fitnesstrainer aus der Provinz, bekam gleich mit der Hochzeit vom König einen Herzogtitel verliehen. Und Daniels Eltern, Ewa und Olle, waren von Beginn an auch herzlich willkommen in der königlichen Familie. Aber auch Daniel selbst hat seine Rolle als künftiger Prinzgemahl neu definiert. Er übernimmt einem modernen Männerbild entsprechend völlig selbstverständlich die Aufgaben des liebevollen Vaters für Estelle und Oscar - eine Vorstellung, die Prinz Philip befremdlich findet.

Prinz Philip musste für seine große Liebe viel aufgeben

Königin Elisabeth und Prinz Philip mit ihren Kindern Charles und Anne (1951)
Königin Elisabeth und Prinz Philip mit ihren Kindern Charles und Anne (1951) © Getty Images, OFF

Wenn Philip jetzt seine royale Rente antritt, wird er vielleicht daran denken, wie es bei ihm war, als er 1947 ganz alleine, ohne einen einzigen Verwandten seiner 'Lizzy' das Jawort gab, dass er gezwungen wurde, zum anglikanischen Glauben zu konvertieren, dass er seine erblichen Titel 'Prinz von Griechenland und Dänemark' aufgeben und seinen Nachnamen ändern musste. Oder dass er seinen Herzog-Titel erst nach Protest der Queen bekam. Das sind nur einige Beispiele, wie übel dem Ehemann von Elisabeth II lange Jahre mitgespielt wurde. Dem Mann, den sie selbst als ihren Felsen bezeichnet.

Prinz Philip hat seine Rolle, nicht an der Seite, sondern protokollarisch sogar einen Schritt hinter seiner Frau, mit viel Humor und legendären Fettnäpfchen vortrefflich gemeistert. Er hat seinen royalen Ruhestand wirklich verdient. Prinz Daniel sollte sich die Zeit nehmen, dem alten 'Weggefährten im Geiste' einmal einen Männer-Besuch mit Gin und einem Spaziergang abzustatten. Es gibt viel zu erfahren, denn für das Leben als royaler Schattenmann gibt es nun mal kein Handbuch.

Mit royalen Grüßen             

Michael Begasse