'Pitch Perfect 3' mit Anna Kendrick: Die 'Barden Bellas' gehen mit der US-Army auf Tour

Letzter Aufruf Pitches! 'Pitch Perfect 3' wird explosiv
In The Army Now: Die Bellas stellen sich in 'Pitch Perfect 3' einer neuen Herausforderung. © © Universal Pictures, Quantrell D. Colbert

3 von 5 Punkten

Achtung, Pitches! Die 'Barden Bellas' kehren zurück auf die Bühne. Im zweiten Sequel der Musikkomödie unternimmt die A-Capella-Truppe eine explosive Tournee durch Europa und möchte ein letztes Mal beweisen, was sie drauf hat. Ob sich der Gang ins Kino lohnt, hängt allerdings von einer maßgeblichen Sache ab…

Anna Kendrick, Rebel Wilson und Co. rocken in Camouflage


Von Leonie Krebber

Als 'Pitch Perfect' vor fünf Jahren in die Kinos kam, löste die Musical-Komödie eine weltweite Erfolgswelle aus, die TV-Shows und YouTube-A-Capella Cover-Versionen mit sich zog. 'Pitch Perfect 2' erweiterte die Elemente des ersten Films, fügte einige neue Gesichter hinzu und knüpfte an die Erfolge des Originals an. Nun schlägt die Stunde für den dritten und wahrscheinlich letzten Teil der Reihe: 'Pitch Perfect 3' hält sich nur sporadisch an die Erfolgsformel seiner Vorgänger. Regisseurin Trish Sie und Drehbuchautorin Kay Cannon haben sich an ein musikalisches Experiment gewagt, das leider einige schiefe Töne trifft.

Nach den A-Cappella-Weltmeisterschaften und dem College-Abschluss geht es den Bellas so wie vielen Mittzwanzigern: In mehr oder minder erfolgreichen Jobs versuchen die Mädels herauszufinden, wie sie ihre Zukunft gestalten wollen und müssen kläglicher Weise feststellen, dass es schwieriger ist, in der erbarmungslosen Arbeitswelt den richtigen Ton zu treffen als auf einer A-Cappella-Bühne. Als die Chance winkt, für einen internationalen Wettbewerb ein letztes Mal zusammen zu kommen, sind Beca, Fat Amy und Co. sofort Feuer und Flamme. Verzweifelt nach einem letzten Moment des Ruhms begleiten die College-Absolventinnen die Truppen der US-Army auf einer Tour über den Atlantik. Doch die Konkurrenz ist härter als je zuvor. Diesmal müssen sich die 'Barden Bellas' gegen Musiker mit echten Instrumenten durchsetzen.

Plausibilität ade, Action hallo!

Letzter Aufruf Pitches! 'Pitch Perfect 3' wird explosiv
Wo ein Gesangswettbewerb ist, da sind die Barden Bellas nicht weit. © © Universal Pictures, Quantrell D. Colbert

Wie auch in den Vorreitern, ist ein Musikwettbewerb das Kernstück der Handlung. Doch in 'Pitch Perfect 3' wird der Kampf um die Ehre der Bellas durch bizarre und für die Reihe untypische Nebenhandlungen ergänzt. Beispielsweise der Rückkehr von Fat Amys lange verschwundenem Vater (John Lithgow), der nicht nur eine düstere Vergangenheit hat, sondern auch zwielichtige Intentionen. Vater-Komplexe finden Ergänzung in aufkeimenden Romanzen (selbst die stille Lilly findet ein Ziel ihrer Begierde) und dem verzweifelten Versuch den Kommentatoren John und Gail (John Michael Higgins, Elizabeth Banks) mit einem Bellas-Dokumentarfilm eine halbwegs sinnvolle Rolle zu geben.

Zugegeben, die Handlung der 'Pitch Perfect' Filme war nie besonders originell. Hier versucht der dritte Teil, anders zu sein – wenn auch nicht zu seinem Vorteil. Zusätzlich zu sarkastischen Witzen und mitreißenden Tanzeinlagen, spielen actionreiche Szenen eine erstaunlich große Rolle: Von Amy, die einen Kerl in 'Jackie Chan Manie' mit Würstchen bekämpft, über eine Entführung, die auf einer explodierenden Yacht endet. Jedes unglaubwürdige Szenario, das man sich vorstellen kann, wurde bedient, um einen Film zu entwickeln, der klar über sein Ziel hinaus schießt. Doch natürlich gibt es immer noch viel von dem, was die Leute an 'Pitch Perfect' lieben: Extreme Fremdschäm-Momente wechseln sich mit coolen Songs und witzig-überzeichneten Figuren ab.

'Pitch Perfect 3' macht keinen Sinn, aber dafür Spaß

Letzter Aufruf, Pitches! 'Pitch Perfect 3' wird explosiv
Fat Amy (Rebel Wilson) und Beca (Anna Kendrick) halten zusammen. © © Universal Pictures, Quantrell D. Colbert

Schauspielerisch stehen, wie in den Vorgängern, Anna Kendrick als Beca und Rebel Wilson als Fat Amy deutlich im Vordergrund. Wie immer brilliert Anna Kendrick durch ihre hammermäßige Stimme und ihre guten Konter. Rebel Wilson würde in der Rolle des Publikumslieblings auch eine One-Man-Show rocken. Die männlichen Konkurrenten der Treblemakers rund um Adam DeVine kommen im Sequel leider nicht zurück. Dafür aber musikalische Neuzugänge wie der 'Orange ist the New Black'-Star Ruby Rose.

Ob wir wirklich eine Fortsetzung der Erfolgsfilme gebraucht hätten? Darüber lässt sich streiten. Aber hey, wir haben trotzdem einen bekommen. Auch wenn die Handlung völlig übertrieben und absolut unglaubwürdig ist, macht es Spaß das letzte Abenteuer der Bellas zu verfolgen. Nach wie vor zünden die Gags und auch die Gesangsszenen laden zum munteren Mitwippen ein. Der Funke möchte dennoch nicht so richtig überspringen. Wer kein Fan der ersten beiden Filme ist, sollte sich das Geld für ein Kinoticket sparen und sich vorher lieber dem weitaus besseren Original widmen, an dessen Lässigkeit 'Pitch Perfect 3' nicht anknüpfen kann. Auch dieser Fortsetzung hätte die Faustregel "Weniger ist mehr" sicherlich gut getan.