Peter Maffay über die Deutschen: „Wir nehmen uns viel zu wichtig“

Peter Maffay: 'Es gibt keinen Grund für Weinerlichkeit'
Peter Maffay © BANG Showbiz

Peter Maffay wünscht sich mehr Optimismus von den Deutschen.

Der Sänger denkt, dass die hierzulande beliebten Katastrophenszenarien bezüglich gesellschaftspolitischer Entwicklungen fehl am Platz sind. "Ich kann mit den ewigen Sorgen mancher Deutscher nichts anfangen. Wir nehmen uns viel zu wichtig. Dass es ein Ost-West-Gefälle gibt, dass es politische Geschwüre gibt, dass es eine rechte Aufbruchstimmung gibt, die alles übersteigt, was man sich nach der deutschen Vergangenheit vorstellen kann - alles richtig. Aber es gibt keinen Grund für diese Weinerlichkeit", erklärt der Musiker. "Wir sollten stattdessen aufpassen, dass unsere Jugend nicht zu Rattenfutter für Ewiggestrige wird. Die ewige Angst braucht dieses Land wie ein Loch im Kopf." Es sei gefährlich, in der Vergangenheit zu leben: "Wir sollten froh sein, dass die Mauer ohne einen Schuss gefallen ist, und nach vorne sehen."

Im Gespräch mit dem 'DB Mobil'-Magazin öffnet sich Maffay zudem über seine Alkoholabhängigkeit. Aufgrund seines Jobs sei er ständig von gefährlichen Versuchungen umgeben gewesen. "Ich habe in meinem Leben nie gekifft und nie gekokst - aber ich habe geraucht wie ein Schlot und gesoffen wie ein Loch. Ich war hundertprozentig alkoholkrank. Wenn wir gespielt haben, lud uns immer jemand ein. Das blieb so bis zuletzt. Irgendwann musste mich dann keiner mehr einladen", gesteht er. Inzwischen ist der Rocker glücklicherweise trocken - und hat in seiner Partnerin Hendrikje Balsmeyer die Liebe seines Lebens gefunden. Im November 2018 bekam das Paar eine Tochter. "So ein kleines Wesen ist ein gemeinsamer Neuanfang. Dafür ist es nie zu spät", schwärmt Maffay.

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