Oliver Kalkofe im Interview: Der Komiker und 25 Jahre TV-Recycling

Oliver Kalkofe: Die Veredelung von Müll als Beruf
Oliver Kalkofe gibt nicht auf © AEDT/WENN.com, WENN

Komiker Oliver Kalkofe hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seiner 'Mattscheibe' und 'SchleFaZ' schlimme Fernsehprogramme und Filme in etwas Schönes zu verwandeln. Das macht ihm auch weiterhin Freude.

Oliver Kalkofe (53) bereitet Menschen nach wie vor gerne Freude. Das tut er, indem er furchtbare Fernsehprogramme durch Satire veredelt. Nach 25 Jahren mit seiner 'Mattscheibe' ist noch keine Langeweile eingekehrt, was auch an seinem Optimismus liegt.

Oliver Kalkofe liebt die Veredelung von Müll

Im Gespräch mit 'DWDL' erklärt Kalkofe, weshalb seine Lust am Fernsehen noch nicht vergangen ist: "Ich habe allerdings eine grundsätzlich positive Lebenseinstellung und versuche stets, aus dem Schlimmsten das Beste zu machen. Das zieht sich durch meine gesamte Arbeit durch: Als Satiriker und Humorist versucht man das sowieso, weil man erst mal anfängt, seine seltsamen oder schlimmen Lebenserfahrungen lustig aufzuarbeiten." Dies tue er nicht nur mit der 'Mattscheibe', sondern auch mit seiner 'SchleFaZ'-Reihe, in der er schlechte Filme kommentiert: "Bei beiden Formaten handelt es sich um Recycling-Produkte. Wir nehmen etwas ganz Beschissenes und versuchen, etwas Schönes daraus zu machen, über das man sich freuen kann. Quasi die Veredelung von Müll."

Immer weiter bergab

Dass das deutsche Fernsehprogramm aber im Laufe der letzten 25 Jahre kontinuierlich schlechter geworden ist, könne er gar nicht leugnen. Dafür gebe es aber eine Erklärung, wie Oliver Kalkofe fort fährt: "In den 90ern hatte das Privatfernsehen seine Hochphase, weil alle Beteiligten Bock darauf hatten, etwas Kreatives zu schaffen, und es viel Geld gab, das ausgegeben werden durfte. Da hatten Menschen das Sagen, die bis dato unter dem strengen Unterhaltungsreglement der Öffentlich-Rechtlichen gelebt hatten. Selbst die großen Shows hatten dort immer einen Bildungsauftrag." Auch die privaten Sender hätten mit naivem Irrsinn unterhalten wollen – bis sich alles änderte. Vor allem nach der Finanzkrise sei es nur noch um den Profit gegangen. Das habe sich bis heute nicht geändert: "Das führte dazu, dass Menschen, die eigentlich Fernsehen lieben, heute kaum noch Fernsehen schauen oder zu den Streamingdiensten gewandert sind. Geblieben sind die Allesgucker, die entweder keine andere Wahl haben oder denen alles egal ist." Genug Material für seine Fernsehprogramme werde es also immer geben.

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