Ob es in Niedersachsen besser klappt? Impf-Hotline startet

Ob es in Niedersachsen besser klappt? Impf-Hotline startet
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Ob es in Niedersachsen besser klappt? Impf-Hotline startet

Ansturm auf Corona-Impftermine erwartet

Für Hunderttausende Senioren hat am Donnerstagmorgen (28. Januar 2021) die Vergabe von Terminen für die Corona-Impfungen in Niedersachsen begonnen. Anmelden können sich von 8.00 Uhr an alle Frauen und Männer über 80 Jahre, die zu Hause leben. Sie können per Telefon unter 0800.9988665 oder online auf www.impfportal-niedersachsen.de einen Termin beantragen.

Jedoch läuft das nicht ohne Probleme, wie auch im Video zu sehen ist.


Technische Probleme vorprogrammiert?

Insgesamt leben in Niedersachsen rund 550.000 Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Die Landesregierung rechnete bereits im Vorfeld mit einer enormen Anfrage, sodass es zu Wartezeiten und technischen Problemen kommen könnte. Ähnlich lief es am Montag in Nordrhein-Westfalen, wie eine RTL-Reporterin erfahren musste, als sie einen Termin für ihre Großeltern abmachen wollte.

Tatsächlich geht die Hotline am Morgen aufgrund der vielen Anrufe in die Knie. Mehr als 700.000 Mal haben Menschen allein zwischen 8 und 9 Uhr versucht, die Hotline zu erreichen, so das Gesundheitsministerium in Hannover. „Die Leitungen sind überlastet“, sagt eine Sprecherin. Impfwillige sollen es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen. Immerhin: Bis zum Mittag konnten rund 1.400 Menschen telefonisch ihre Termine für Erst- und Zweitimpfung vereinbaren.

Online-Terminvergabe in einer Stunde ausgebucht

Besser läuft es auf dem Internetportal zur Impfterminvergabe: Innerhalb einer Stunde war jeder der 4.492 dort angebotenen Impftermine für 2.246 Berechtigte vergeben. Am Vormittag meldete das Gesundheitsministerium bereits, dass das Portal in der Kapazität „auch an der Grenze“ sei und es mitunter etwas dauern könne, bis ein Bestätigungscode für die Buchung eingehe, so die Sprecherin.

Geduld und Verständnis gefragt

Niedersachsen über 80 Jahren können nun einen Impf-Termin vereinbaren. Foto: Karl-Josef Hildenbran
Niedersachsen über 80 Jahren können nun einen Impf-Termin vereinbaren. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh arb axs kay

Bei den Anrufern, die zunächst nur auf die Warteliste kommen, hat die Landesregierung schon im Vorfeld der Terminvergabe um Verständnis gebeten. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Hotline dem Ansturm am Anfang nicht gewachsen sein wird", sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, vor wenigen Tagen.

Zu wenig Impfstoff führt zu Verzögerung

Außerdem können noch nicht alle Impfzentren sofort Termine anbieten, weil der Impfstoff knapp ist. In einem Schritt sind lediglich bis zu 30 der 50 Impfzentren dabei. Vergeben werden können maximal rund 15.000 Termine. "Solange Niedersachsen nicht regelmäßig deutlich mehr Impfstoff erhält, wird es leider nicht möglich sein, die Zahl der Termine schon kurzfristig deutlich zu erhöhen", sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD). Sie rief zudem alle, die noch nicht impfberechtigt sind, auf, die Hotline freizuhalten.

So funktioniert es

Egal, ob online oder am Telefon, die Impfwilligen müssen ihren Namen, ihre Adresse und ihr Geburtsdatum angeben. Danach wird der bevorzugte Kontaktweg für die Terminbestätigung abgefragt - möglich sind E-Mail, Brief und Handynummer. Die Terminbestätigung muss später mit zum Impftermin genommen werden.

Impfberechtigte, die nicht über 80 Jahre alt sind, können von kommender Woche an ihren Termin anfragen. Das gilt insbesondere für die Beschäftigten von ambulanten Pflegediensten.


Quelle: DPA / RTL.de