Hollywood Blog by Jessica Mazur

Neuer Pirelli-Kalender begeistert nicht alle

Nicole Kidman posiert für den Pirelli-Kalender.
Nicole Kidman posiert für den Pirelli-Kalender. © Instagram

Für den Pirelli Kalender 2017 fotografierte Peter Lindbergh Hollywood-Stars ohne Make-up oder Photoshop. Doch von dem Ergebnis sind nicht alle begeistert.

Gerade mal drei Jahre ist es her, dass Peter Lindbergh Fotos für den berühmten Pirelli-Kalender schoss. Damals wählte er Models aus wie Miranda Kerr, Alessandra Ambrosio, Helena Christensen und Karolina Kurkova, zeigte makellose Körper und jede Menge Haut. Die üblichen Pirelli Pics eben. Nun durfte der Fotograf erneut an die Linse, um die Fotos für den Pirelli Kalender 2017 zu schießen, und das Ergebnis könnte unterschiedlicher nicht sein...

Die Pirelli-Kalender-Revolution startete ja bereits im letzten Jahr. Nachdem im limitierten Kalender jahrzehntelang leicht bekleidetete Topmodels zu sehen waren, die sich mal auf den Bahamas, mal auf den Seychellen am Strand räkelten, schlug Annie Leibovitz im letzten Jahr eine total andere Richtung ein. Sie fotografierte starke Frauen aus der Politik und Entertainment-Industrie. Zwar zeigten sich einige männliche Fans des Kalenders enttäuscht, doch die Reaktionen waren in erster Linie positiv. Trotzdem war bis jetzt nicht klar, ob Pirelli diese neue Richtung weiterführen würde.,

Doch Peter Lindbergh dachte gar nicht daran, „back to sexy“ zu gehen. Stattdessen nutzte er die Gelegenheit, um wie er sagt, Schauspielerinnen zu fotografieren, die in seinem Leben auf die eine oder andere Weise eine große Rolle gespielt haben. Diese Frauen sind Jessica Chastain, Penelope Cruz, Nicole Kidman, Rooney Mara, Helen Mirren, Julianne Moore, Lupita Nyong’o, Charlotte Rampling, Lea Seydoux, Uma Thurman, Alicia Vikander, Kate Winslet, Robin Wright, Zhang Ziyi und die Professorin Anastasia Ignatova.

Jessica Chastain für Pirelli
Jessica Chastain für Pirelli © Instagram

Lindbergh sagt, seine Mission war es, mit seinen Fotos Frauen von der Idee der ewigen Jugend und Perfektion zu befreien. Er sagt: „In einer Zeit, in der Frauen in den Medien und überall anders als Repräsentanten von Perfektion und Jugend dargestellt werden, dachte ich, dass es wichtig sei, alle daran zu erinnern, dass es da noch eine andere Art von Schönheit gibt, echter und wahrer und nicht von der Werbung manipuliert. Eine Schönheit, die etwas über Individualität aussagt, über den Mut, du selbst zu sein und deine eigene Sensibilität.“

Um diese „echte Schönheit“ im Bild festzuhalten, setzte Lindbergh auf schlichte Kleidung, verzichtete komplett auf Make-up und außerdem auf jegliche Art von digitaler Nachbearbeitung. Das Ergebnis sind Fotos von starken, schönen Frauen, die in keiner Weise objektiviert werden. „Raw Beauty“ nennen es die US-Medien.

Die Reaktionen auf den Kalender? Meistens sehr positiv. Wohl auch, weil niemand gedacht hätte, dass aus dem sexy Pirelli-Kalender jemals ein Sprachrohr für starke Frauen werden könnte. Doch natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder ein paar enttäuschte Fans, die sich die guten alten (nackten) Zeiten zurück wünschen.

So findet man im Netz Einträge wie „Jetzt sollen sich Pirellis Topkunden Fotos von ungeschminkten 50-Jährigen an die Wand hängen? Na, herzlichen Glückwunsch.“ Ach Jungs, ärgert euch nicht. Auch wenn der Pirelli-Kalender „verloren“ scheint, so bleibt euch immerhin noch die 'Sports Illustrated' Swimsuit-Ausgabe und die 'Victoria's Secret Fahion Show'. Das ist doch auch was! ;)

Jessica Mazur