Natascha Ochsenknecht brachte den Peiniger ihres Sohnes auf eigene Faust in den Knast

Natascha Ochsenknecht musste den Peiniger ihres Sohnes selbstständig hinter Gittern bringen.
Natascha Ochsenknecht musste den Peiniger ihres Sohnes selbstständig hinter Gittern bringen. © picture alliance

Natascha Ochsenknecht: Ehrlicher Rückblick auf dunkle Stunden

Natascha Ochsenknecht (55) ist durchaus bekannt dafür, dass sie auch vor unangenehmen Themen keinen Halt macht. Stets offen spricht sie ehrlich über sich selbst und andere, postete erst neulich ein aufrechtes Narben-Foto. Nun spricht sie über die dunkelsten Stunden in ihrem Leben und als sie selbstständig dafür kämpfen musste, dass der Peiniger ihres Sohnes im Knast landet.

Natascha Ochsenknecht musste einen schwierigen Weg bestreiten

Wilson Gonzalez Ochsenknecht (30) wurde im Alter von sechs Jahren von einem Freund der Familie missbraucht. Es passierte während Natascha und ihr damaliger Ehemann Uwe (64) in den USA waren. „Das wird auch nie wieder heilen, weil du natürlich anfängst, dir Vorwürfe zu machen“, erklärt Natascha nun im Interview mit Charlotte Würdig bei „jetzt reden vier“. Um den Täter schließlich ins Gefängnis zu bringen, musste Natascha einen schwierigen Weg gehen. 

Nachdem sie von dem Missbrauch ihres eigenen Sohns erfahren hatte, dachte die Mutter von drei Kindern: „Ich muss den Täter ins Gefängnis bringen, was ich ja Gott sei Dank auch geschafft habe, aber auf eigene Recherche. Die Polizei hat erstmal gar nichts gemacht.“ Sie musste Wilson nicht nur dazu kriegen, die Tat zu gestehen, sondern auch sicherstellen, dass sie den richtigen Mann unter Verdacht hatte: „Ich habe mir Zugang zu seiner Wohnung beschafft.“ Dort erfuhr Natascha auf der Grundlage von Dokumenten, dass der Mann zu dem Zeitpunkt elf Mal vorbestraft und auf Bewährung war.

Natascha Ochsenknecht fordert; „Keine Bewährungsfristen mehr"

Vor den Behörden musste Natascha dann viel Druck aufbauen, wie sie sich erinnert. Denn oft würden die Täter sexueller Übergriffe auf Kinder nur leicht bestraft oder kämen nicht ins Gefängnis. Natascha drohte also damit, die Geschichte in den Medien publik zu machen und schließlich konnte sie den Mann hinter Gittern bringen.

Heute beschäftigt Natascha das Thema noch immer und sie fordert für TäterInnen von sexuellem Missbrauch: „Keine Bewährungsfristen mehr und dass man sagt, es ist ein schweres Verbrechen, kein Vergehen.“ Außerdem wäre eine anschließende Betreuung für die Opfer und ihre Familien notwendig.