Hollywood Blog by Jessica Mazur

Nach Sexismus-Debatte: So reagiert Jennifer Lawrence auf die Kritik an ihrem Outfit

Hollywood Blog von Claudia Oberst

Ihr habt es vermutlich mitgekriegt: Grad gibt’s einen Riesenaufschrei, weil Jennifer Lawrence bei einem Gruppen-Foto für ihren neuen Film 'Red Sparrow' im sexy 'Versace'-Kleid posiert. Nicht das Outfit ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Jennifer – die einzige Frau auf dem Foto – halbnackt ist, während ihre männlichen Kollegen dick eingemummelt auf einer Londoner Hotelterrasse rumstehen.

Jennifer Lawrence löst Feminismus-Debatte aus

Im Netz ist die Debatte in vollem Gang. Das sei doch mal wieder typisch Hollywood, heißt es. Die Männer dürften sich wettergerecht anziehen, nur die arme Frau müsse der Schönheit wegen leiden. Schlagwörter wie "Scheinheiligkeit", "Unterdrückung" und "Sexismus" machen auf Twitter die Runde. Einige User machen sich ernsthaft Gedanken, ob Jennifer – einer der größten Stars der Filmbranche - zu ihrem sexy Auftritt gezwungen wurde.

Die Wahrheit hinter der Kleiderwahl

Jennifer Lawrence
Jennifer Lawrence verteidigt ihre Kleiderwahl © Getty Images

Thank God for Jennifer Lawrence und ihre Bodenständigkeit! 'JLaw' findet die ganze Diskussion nämlich total bescheuert und hat sich auf Facebook den Frust von der Seele geschrieben: "Mein 'Versace-Kleid war der Hammer! Denkt ihr ernsthaft, dass ich dieses super Outfit mit einem Schal und einer Jacke bedecken würde? Ich war fünf Minuten draußen. Für dieses Kleid hätte ich auch im Schnee posiert."

There you have it. Alle erstmal durchatmen. Jeder, der mal einen Photocall oder Red Carpet mitgemacht hat, weiß: Die VIPs posieren höchstens(!) ein paar Minuten. Ich habe ein paar rote Teppiche hinter mir und kann euch versichern: Jeder Star (und fast jedes Sternchen) hat ein ganzes Team bei solchen Terminen dabei! Ohne Assistent, Manager, Visagist und gegebenenfalls "Kleid-Drapierer" (wie Lady Gaga bei den Grammys dieses Jahr) ist kein A-List-Promi unterwegs. Da wird bis zehn Sekunden vor dem Auftritt noch gepudert, gezupft und gerubbelt. Und wenn die Foto-Show vorbei ist, steht der Personal Assistant mit der Jacke, dem Handy und der Handtasche parat.

Nach dem Weinstein-Skandal liegen die Nerven blank

Jennifer hat für die fake Feminismus-Debatte um ihr Kleid jedenfalls keinen Nerv und schreibt: "Das Ganze ist sexistisch, lächerlich und kein Feminismus. Es hilft keinem von uns, wenn wir uns in so banale Dinge reinsteigern. Es lenkt nur von den wahren Problemen ab. Leute, reißt euch zusammen. Ich trage nur, was ich will. Und wenn ich frieren will, dann ist das einzig und allein meine Angelegenheit!"

"You go, girl!", kann ich dazu nur sagen. Den Reality-Check hatten wir dringend nötig. Seit der Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein liegen in Hollywood die Nerven blank. Das ist auch kein Wunder, schließlich hat der Weinstein-Skandal eine Lawine ausgelöst und die Missstände in der Film-Industrie und vielen anderen Branchen enthüllt. Durch die #MeToo und 'Time’s Up'-Kampagnen scheint sich jetzt endlich was am Status Quo zu ändern.

Gleichberechtigung und Schutz vor sexueller Ausbeutung sind super wichtige Themen und verdienen unsere volle Aufmerksamkeit. In typisch amerikanischer Art kocht das Ganze aber gerade über. Jennifers "Sexy-Kleid-trotz-eisiger-Kälte"-Kontroverse ist nur die Spitze des Klamotten-Berges. Aktuell gibt’s nämlich auch eine feministische Debatte um Yoga-Hosen. Ja, ihr habt richtig gehört und nein, das ist kein Witz.

'New York Times': Shitstorm wegen Kritik an Yoga-Hosen

Honor Jones von der 'New York Times' behauptet, dass Frauen Yoga-Hosen tragen, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen, selbst beim Sport sexy aussehen zu müssen. Frauen über 30 sollten vielleicht lieber auf eine locker sitzende Jogging-Hose umsatteln, so die Autorin.

Dazu müsst ihr wissen: In Los Angeles besitzt jede Frau mindestens zwei Paar Yoga-Hosen. Wir 'Angelenas' tragen das dünne, eng anliegende Stückchen Stoff nicht nur zum Sport, sondern auch zum Einkaufen, zum Shoppen und teilweise zur Arbeit. Ich weiß, in Deutschland ist das unvorstellbar, aber wir mögen es nun mal bequem. :) Selbst Promis tragen 'Yoga Pants' als Freizeit-Look. Sucht auf 'Google' mal nach "Celebrities and yoga pants", dann seht ihr, was ich meine.

Die Wut auf Honor Jones ist jedenfalls riesengroß, viele Frauen echt sauer und die 'New York Times' hat einen ordentlichen Shitstorm an der Hacke. Und das alles wegen einer Sport-Hose.

Ich halte mich in der ganzen Klamotten-Feminismus-Diskussion an die Ansage von Jennifer: "Ich trage nur, was ich will. Und wenn ich Yoga-Hosen/ein sexy Kleid/was auch immer tragen und dabei frieren will, dann ist das einzig und allein meine Angelegenheit!" :)

Jessica Mazur