Nach Harvey-Weinstein-Skandal: Neue Vorwürfe gegen Roman Polanski werden laut

Roman Polanski muss sich Missbrauchsvorwürfen stellen - bereits zum fünften Mal
Roman Polanski muss sich Missbrauchsvorwürfen stellen - bereits zum fünften Mal © imago/ZUMA Press, Frederick Injimbert, imago stock&people

Polanski gerät wieder unter Verdacht

Es ist, als habe sich ein Ventil geöffnet: Mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein (65) trauen sich immer mehr Frauen im Showgeschäft, ihre schlimmen Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen zu schildern. In die Schusslinie gerät nun auch Regisseur Roman Polanski (84). Der ohnehin seit langen Jahren von Anschuldigungen über Vergewaltigungen junger Mädchen verfolgte Star muss sich mit neuen Vorwürfen auseinandersetzen. Eine Künsterlin behauptet, sie sei 1975 im Alter von gerade mal zehn Jahren von Polanski belästigt worden.

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"Dann hat er mich sexuell belästigt"

Marianne Barnard erklärte dem Boulevard-Blatt 'The Sun', der Vorfall habe sich an einem kalifornischen Strand zugetragen: Bei einem Ausflug ans Meer mit ihrer Mutter habe Polanski zunächst nach einem Foto-Shooting gefragt - zunächst in Bikini und Pelzmantel. Später habe der Starregisseur Nacktfotos vorgeschlagen. "An einem Punkt bemerkte ich, dass meine Mutter fort war. Ich weiß nicht, wohin sie gegangen ist und ich hatte nicht wirklich mitbekommen, dass sie gegangen ist, aber sie war nicht mehr da. Dann hat er mich sexuell belästigt."

Barnard erklärte, sie leide aufgrund des Vorfalls an einer posttraumatischen Belastungsstörung und unter Klaustrophobie. Zu ihrer späten Wortmeldung hätten sie die Vorwürfe gegen Weinstein getrieben. "Ich fühlte mich fürchterlich zerrissen darüber, dass ich all diese Zeit still war und nun all diese Frauen mutig das Wort erheben." Sie habe nicht mehr guten Gewissens schweigen können. Dem Bericht der "Sun" zufolge hat Barnard den Vorfall nun auch an die Polizei von Los Angeles gemeldet und eine Petition für einen Ausschluss Polanskis aus der Academy gestartet.

Polanski weist Vorwürfe zurück

Polanski ließ die Vorwürfe laut 'The Guardian' zunächst über seinen Agenten dementieren. "Ich weise die unbegründeten Anschuldigungen von Frau Barnard, die ich nicht kenne, in vollem Umfang zurück", ließ er sich zitieren. Für Polanski ist es das fünfte Mal, dass derartige Vorwürfe publik werden. Erst Anfang Oktober hatte eine deutsche Schauspielerin den Regisseur beschuldigt. Die 'New York Times' berichtete, die 61 Jahre alte Renate Langer habe bei der Schweizer Polizei ausgesagt, Polanski habe sie in einem Haus in Gstaad im Februar 1972 vergewaltigt habe; sie sei damals 15 Jahre alt gewesen. Die Schweizer Polizei bestätigte ein Gespräch mit Langer. 

Polanski bekannte sich schon einmal schuldig

Der bekannteste Fall aus der Akte Polanskis stammt ebenfalls aus den 70ern. Polanski bekannte sich 1977 in den USA schuldig, Sex mit der 13-jährigen Samantha Geimer gehabt zu haben. Der Regisseur verbrachte damals für eine gerichstpsychiatrische Beurteilung 42 Tage im Gefängnis. Vor einem endgültigen Urteilsspruch floh er allerdings nach Frankreich. Seitdem ist Polanski nicht mehr in die USA zurückgekehrt. Das Verfahren läuft noch immer. Der Regisseur selbst sieht das anders. Vor wenigen Wochen sagte Polanski dem Magazin 'The Hollywood Reporter': "So weit ich das sagen kann, ist es vorbei. Ich habe mich schuldig bekannt."

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