Hausverbot, weil er sich wehrte

Nach Gil Ofarmins Vorwurf: Patrica Kellys Manager soll im selben Hotel diskriminiert worden sein

Patricia Kellys Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen das Hotel in Leipzig, in dem Gil Ofarim antisemitistisch diskriminiert worden sein soll.
Patricia Kellys Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen das Hotel in Leipzig, in dem Gil Ofarim antisemitistisch diskriminiert worden sein soll. © davide_macri_peeza / Instagram

Hotelmanager soll Piero Vecchioli „Drecks-Schwuchtel“ genannt haben

Unter Tränen berichtet Sänger Gil Ofarim (39) in seiner Instagram-Story davon, dass er in einem Hotel in Leipzig Antisemitismus erfahren haben will – von einem Mitarbeiter des Hotels. Jetzt hat sich Patricia Kellys (51) Manager Piero Vecchioli bei RTL gemeldet. Denn auch er will bei einem Aufenthalt im selben Hotel schlechte Erfahrungen mit dem Personal dort gemacht haben. Weil er sich übers Zimmer beschwerte, soll er als „Drecks-Schwuchtel“ bezeichnet worden sein.

Patricia Kellys Manager hatte sich über das unsaubere Zimmer beschwert

RTL liegt ein Statement von Piero Vecchelio vor, in dem der Musikmanager, der unter anderem Patricia Kelly und Daniele Negroni unter seinen Fittichen hat, von seiner eigenen schockierenden Erfahrung in dem Leipziger Hotel im Jahr 2020 erzählt. Er habe sich damals über das Zimmer beschwert, weil er beim Einchecken fremde Haare auf dem Bett gefunden habe und der Abfluss im Bad verstopft gewesen sei. Der Hotel-Manager sei daraufhin hoch gekommen und haben „an die Türe gepoltert“. „Als ich öffnete, schaute er mich von oben bis unten an und sagte: ‘Wegen dir, du Drecks-Schwuchtel bin ich jetzt hier raufgekommen?’“ Piero, ein gebürtiger Schweizer, solle „so schnell wie möglich in das Scheiß-Land zurück reisen“, wo er herkomme.

Erst homophobe Beschimpfungen, dann Hausverbot

Geschockt habe sich der Musikmanager daraufhin beim Hauptsitz der Hotel-Kette beschwert. Resultat: Hausverbot für Piero. Das entsprechende Schreiben liegt RTL vor. Darin schreibt die Hotelkette: „Durch Ihr Verhalten am 4. Juni 2020 gegenüber unseren Mitarbeitern haben Sie den Hotelbetrieb nachhaltig gestört. Das können wir nicht länger hinnehmen. Wir sehen uns deshalb gezwungen, Ihnen für unser Hotelgebäude (...) unbeschränktes Hausverbot zu erteilen.“ Sollte Piero dagegen verstoßen, droht ihm das Hotel-Management juristische Konsequenzen an.

In einer weiteren Mail, die an Universal Music gerichtet ist und die RTL ebenfalls vorliegt, schreibt das Hotel-Management, dass „Herr Vecchioli gegen alle Regeln der Hausordnung“ verstoßen habe und man ab jetzt „nicht mehr das richtige Hotel für ihn“ sei.

Antisemitischer Angriff wegen Gils Davidstern-Anhänger?

Gil Ofarim erzählt in seiner Instagram-Story, dass er beim Einchecken im selben Leipziger Hotel in einer langen Schlange gewartet habe und einfach nicht dran gekommen sei, weil ständig andere Hotelgäste vorgezogen wurden. Als er gefragt habe, woran das liegt, habe ihm der Hotelangestellte W. geantwortet, er habe die Schlange „entzerren" wollen. „Und dann ruft irgendeiner aus der Ecke: 'Pack deinen Stern ein!’“, erzählt der Musiker. Daraufhin soll Herr W. zu ihm gesagt haben: „Packen Sie Ihren Stern ein", berichtet ein sichtlich emotionaler Gil, der schon in seiner Kindheit mit Antisemitismus konfrontiert worden ist, in seiner Insta-Story. Mit dem Stern war offenbar der Davidstern an seiner Kette gemeint, ein Zeichen des Volkes Israel und Ausdruck des jüdischen Glaubens. „Wenn ich ihn einpacke, darf ich einchecken", soll der Hotelmitarbeiter zu ihm gesagt haben.

Im Video: Gil Ofarim berichtet unter Tränen von antisemitischem Vorfall im Hotel

Gil Ofarim ist den Tränen nahe
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Gil Ofarim ist den Tränen nahe

Hotel zeigt sich „besorgt“ und möchte mit Gil in Kontakt treten

RTL hat das Hotel, in dem sich der Vorfall ereignet hat, um eine Stellungnahme gebeten, die bislang ausblieb. Bei Facebook schreiben die Hotel-Verantwortlichen: „Wir sind besorgt über diesen Bericht und nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Wir versuchen mit allen Mitteln, mit Herrn Ofarim in Kontakt zu treten, während wir dringend nachforschen, was hier passiert ist. Unser Ziel ist es, alle unsere Gäste und Mitarbeiter zu integrieren, zu respektieren und zu unterstützen, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören."

Die "betreffenden Mitarbeiter" seien laut Aussage des Hotel-Managements beurlaubt worden. (csp)