Nach Festnahme: Jan Ullrich verweigert die Aussage und kommt trotzdem frei

Nach Festnahme: Jan Ullrich darf das Gefängnis verlassen
02:18 Min Nach Festnahme: Jan Ullrich darf das Gefängnis verlassen

Wegen gefährlicher Körperverletzung in Gewahrsam

Über Jan Ullrich (44) überschlagen sich die Negativ-Schlagzeilen. Erst vor einer Woche randalierte der Ex-Radprofi auf dem Grundstück von Til Schweiger. Dann kam es Tage später zu einem Gerangel mit einem Kameramann. Kurz darauf kündigte er an, eine Therapie machen zu wollen. Donnerstagabend flog er von Mallorca aus nach Frankfurt - wo sich der nächste Eklat ereignete.

Ullrich stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss

ARCHIV - Der ehemalige Radrennfahrer Jan Ullrich betritt, umringt von Journalisten, den Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf (Archivfoto vom 12.11.2008). An diesem Freitag (02.12.2011) könnte der letzte Prozess Jan Ullrichs mit einem Urt
Neue Negativ-Schlagzeilen um den ehemaligen Rad-Star Jan Ullrich. © dpa, Federico Gambarini

Trauriger Absturz eines Sport-Idols! Polizeiangaben zufolge soll Jan Ullrich mit einer 31-jährigen Prostituierten im Luxushotel "Villa Kennedy" in Sachsenhausen gewesen und in einen heftigen Streit geraten sein. Laut des aktuellen Ermittlungsstandes habe er die Frau so stark gewürgt, dass sie beinahe ohnmächtig geworden wäre. Das Opfer konnte sich offenbar selbstständig retten und musste medizinisch versorgt werden.

Ullrich habe unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden, so eine Polizeisprecherin. In seinem Hotelzimmer seien außerdem mehrere Gramm Rauschgift gefunden worden. Der Ex-Radprofi wurde festgenommen, saß bislang in Gewahrsam. Da Ullrich laut einer Sprecherin auch am Nachmittag "nicht bei Sinnen" war, zögerte sich eine Vernehmung hinaus. Mittlerweile ist klar: Der Beschuldigte hat von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, wie die Frankfurter Polizei und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt gaben. Die Prostituierte wurde bereits verhört und hat den Übergriff detailreich geschildert.

Kurz nach dem Vorfall hatte die Kriminalpolizei eine Ermittlung wegen schwerer Körperverletzung eingeleitet. Aufgrund der Schwere des Übergriffs schaltete sich später sogar die Mordkommission K11 ein. Oberstaatsanwältin Nadja Niesen gab bekannt, dass Ullrich nach aktuellem Stand nicht mit einer Inhaftierung rechnen müsse: "Hinsichtlich des verbleibenden Tatvorwurfs der gefährlichen Körperverletzung fehlt es nach Auffassung der Staatsanwaltschaft an einem Haftgrund." Wie es jetzt in der Pressemitteilung heißt, könne Ullrich das Polizeipräsidium bereits am Nachmittag verlassen.

Wie Ullrichs Ankunft in Deutschland so eskalieren konnte, ist noch immer unklar. Am Donnerstagabend hatte der ehemalige Profi-Sportler noch zuversichtlich geklungen. Sagte, er habe ein gutes Bauchgefühl, fühle sich wohl. "Das wird mein Neustart", erklärte er laut "Bild"-Zeitung. Ullrichs Verhalten wirkte jedoch bizarr: Er rauchte mehrere Zigaretten gleichzeitig, schien nervös.