Motsi Mabuse kritisert „Elle Germany“ für ignorante Magazin-Ausgabe: „Das Wort Vielfalt existiert in Deutschland nicht!"

Motsi Mabuse kritisiert "Elle Germany" für eine ignorante Ausgabe ihres Magazins, in der schwarze Frauen auf einen Trend reduziert werden.
Motsi Mabuse kritisiert "Elle Germany" für eine ignorante Ausgabe ihres Magazins, in der schwarze Frauen auf einen Trend reduziert werden. © picture alliance

Motsi Mabuse: Entschuldigungen reichen nicht mehr aus

Es ist der Skandal des Tages: Das renomierte Modemagazin „Elle“ hat es mit der deutschen November-Ausgabe geschafft, auch in 2019 ein Magazin herauszubringen, dass vor lauter Ignoranz strotzt und dem es deutlich an Vielfalt mangelt. Motsi Mabuse hat sich jetzt auf Instagram direkt an „Elle“ gewendet. Denn obwohl sich das Magazin inzwischen für die unsensible Ausgabe entschuldigt hat, muss laut Motsi noch mehr passieren: „Entschuldigungen reichen nicht mehr aus.“

„Elle Germany“: Diese Cover-Story schockiert

Mit dem Motto „Black is back“ hat sich „Elle“ selbst abgeschossen. Denn die Herausgeber beziehen das Motto nicht nur auf schwarze Kleidung. So schreibt „Elle“: „Nie waren Models of Colour so gefragt wie jetzt. Diese großartigen Frauen inspirieren uns aber auch abseits der Laufstege!“ Zu diesem Introtext sind verschiedene schwarze Models abgebildet, die nacheinander vorgestellt werden. Nun gibt es gleich mehrere Probleme mit diesem Inhalt, auf die nicht nur Motsi aufmerksam macht. So schreibt Topmodel Naomi Campbell: „Ich habe unzählige Male gesagt, dass wir kein Trend sind. Wir sind hier und wir bleiben.“ Denn schwarze Frauen sind selbstverständlich mehr als nur angesagt oder im Trend.  

Des Weiteren wurde eine porträtierte Frau verwechselt – anstelle von Model Janaye Furman wurde versehentlich Naomi Chin Wing abgebildet. Das Interesse an Models of Colour hat in der Redaktion also nicht einmal ausgereicht, um die richtige Frau abzudrucken.

Außerdem thront auf dem Cover der November-Ausgabe eine weiße Frau. Die angebliche Respektzuweisung an schwarze Frauen geschieht also ledliglich auf einer Seite im Magazin, nicht aber auf dem Cover.

Das Internet ist sich inwzischen sicher: Chefin Sabine Nedelchev wird sehr bald gegangen. 

Motsi Mabuse schlägt „Elle“ eine Lösung vor

Das Magazin hat seine Fehler eingesehen und entschuldigt sich für den unsensiblen Umgang mit schwarzen Frauen. Motsi reicht das nicht: „Wir wollen eine Veränderung sehen! Seid ein Beispiel in Deutschland und versucht euch an einem inklusiveren Ansatz und werdet eine Generation, die Beauty neu definiert!“ 

Die Veränderung, die Motsi sich wünscht, sollte nicht nur im Magazin geschehen. Würde die Redaktion aus einer vielfältigeren Gruppe an Redakteuren bestehen, so würden auch Inhalte rund um ethnische Vielfalt sensibler behandelt. Wenn aber nur weiße Journalisten eine Ausgabe zu „Black is Back“ publizieren, dann kommt es schnell zu ignoranten Headlines.

Im Video: Motsi Mabuse ist jetzt auch beim britischen "Let's Dance" dabei

Motsi spricht auf Instagram stellvertretend für andere Menschen ethnischer Minderheiten, für die Ignoranz und Rassismus alltäglich sind. Außerdem teilt sie eine persönliche Rassismuserfahrung, die sie bereits als Entertainerin gemacht hat: „Wie oft wurde mir schon gesagt, dass sich Covers mit schwarzen Models nicht verkaufen“, erklärt sie.

Dass ein schwarzes Model die deutsche „Elle“ verzieren durfte, ist übrigens bereits 5 Jahre her. Damals durfte Liya Kebede das Cover und sechs Seiten des Magazins schmücken. Seitdem wurden rund 50 weitere Ausgaben der „Elle“ veröffentlicht – auf keiner wurde ein schwarzes Model auf dem Cover abgebildet.