Moritz Ecker: Mit dem Rad und der Gitarre von Berlin nach Melbourne

Moritz Ecker: Mit dem Rad und der Gitarre von Berlin nach Melbourne
Knapp 16.000 Kilometer Luftlinie auf einem Fahrrad? Moritz Ecker wagt es. © Moritz Ecker/ Waterfall Records, SpotOn
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Singer-Songwriter auf großer Reise

Singer-Songwriter Moritz Ecker ist ein echter Weltenbummler. Doch er bereist die Welt nicht im üblichen Sinne, also mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug, er radelt um die Welt. Mit seinem vor der Uni gefundenen Rad ist er bereits 5000 Kilometer quer durch Europa gefahren, nun wagt sich Ecker auf seine bisher weiteste Reise: Er fährt mit dem Drahtesel von Berlin bis nach Australien. Im Gepäck hat er sein Anfang April erschienenes Debüt-Album "YES" und seine Gitarre. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht er über sein größtes Abenteuer.

Herr Ecker, Sie machen sich mit Ihrem Fahrrad auf die Reise nach Australien. Ihr Rad haben Sie vor der Uni "gefunden". Wie darf man sich das vorstellen? Ein reisefähiges Bike ist ja meist abgeschlossen...

Moritz Ecker: Das Rad war Schrott und mit einem Zettel 'zu verschenken' versehen. Das musste ich schon reparieren und um ehrlich zu sein, habe ich mir auch mal ein paar neue Reifen und ein Schloss gekauft. Es ist mir trotzdem schon zwei Mal geklaut worden, aber weit sind die nie gekommen.

Sie sind damit bereits bis nach Albanien gefahren. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Ecker: Eigentlich war Sizilien zuerst der Plan, ich hab es mir aber dann anders überlegt. Hauptsächlich wollte ich über die Alpen und irgendwohin, wo es richtig löchrige Straßen gibt.

Was war das Verrückteste, was Sie auf dieser Reise erlebt haben?

Ecker: Verrückt ist Ex-Jugoslawien. Hier in Deutschland hat man ja den Eindruck, dass der Konflikt dort beigelegt ist, aber wenn man mal dort ist, spürt man das alles noch sehr deutlich. Das Misstrauen unter den verschiedenen Volksgruppen, den Nationalismus, die ganze Geschichtsinterpretation und gleichzeitig die atemberaubende Gastfreundschaft gegenüber Außenstehenden, das hat mich schon sehr beeindruckt.

Jetzt wollen Sie nach Melbourne radeln. Was hat Sie dazu gebracht, eine noch größere Strecke auf sich zu nehmen?

Ecker: Naja, das ist einfach spannend und wahrscheinlich bin ich jetzt einfach ein bisschen größenwahnsinnig geworden.

Haben Sie sich körperlich darauf vorbereitet?

Ecker: Ich habe ein bisschen abgenommen, ansonsten wird mein Körper unterwegs hoffentlich genug Zeit haben, sich dran zu gewöhnen.

Spielen wir "Ich packe meinen Koffer". Was kommt in Ihren Koffer und was darf, außer feuchten Desinfektionstüchern natürlich, auf keinen Fall fehlen?

Ecker: Fangen wir mal mit den langweiligen Sachen an: Reisepass, ein paar Werkzeuge und irgendwas, womit man den Weg findet. Ich nehme auch noch eine Gitarre mit, würde auch ohne gehen, aber mir ist das sehr wichtig. Und eine Unterhose zum Wechseln wäre nicht schlecht.

Welche Route haben Sie angepeilt?

Ecker: Erst mal über Polen in die Ukraine, dann Russland und durch den Kaukasus nach Teheran und weiter durch Turkmenistan, Usbekistan nach Almaty. Danach hängt die Route sehr vom Visa ab, die ich erst unterwegs beantragen kann, aber ich denke, wenn alles gut geht, wird ein großes Stück China dabei sein. Über den Rest mach ich mir dann Gedanken.

Haben Sie schon irgendwelche Unterkünfte gebucht, oder wird das spontan entschieden?

Ecker: Ich habe ein paar Couches über Couchsurfing zwischen Berlin und Odessa gefunden, ansonsten habe ich ein kleines Zelt dabei, das ist erfahrungsgemäß die flexiblere Lösung.

Haben Sie vor, Ihre Erlebnisse - neben dem bereits geplanten Blog - auch in irgendeiner Weise filmisch festzuhalten?

Ecker: Ja, es wird Musikvideos von unterwegs geben, wie genau das aussehen wird, weiß ich selbst noch nicht aber so oder so landet alles auf meinen Blog.

spot on news