Zivilklage von mutmaßlichem Opfer Virginia Giuffres zugelassen

Missbrauchsanschuldigungen: Prinz Andrew muss sich vor Gericht behaupten

ARCHIV - 11.08.2021, Großbritannien, London: Prinz Andrew, Herzog von York. Trotz des Schuldspruchs für Strippenzieherin Ghislaine Maxwell zieht der US-Skandal um einen Ring zum Missbrauch minderjähriger Mädchen wegen möglicher prominenter Kunden wei
Gericht befasst sich mit Missbrauchsvorwürfen gegen Prinz Andrew © dpa, Neil Hall, kde sei

Prinz Andrew muss vor Zivilgericht

Jetzt kommt es ziemlich dicke für Rüpel-Prinz Andrew. Der britische Prinz Andrew ist mit dem Versuch gescheitert, eine US-Klage wegen Missbrauchsvorwürfen gegen ihn zu stoppen. Ein Gericht in New York wies Einwände von Andrews Anwälten zurück, wie am Mittwoch aus einem Gerichtsdokument hervorging. Das bedeutet, dass er sich der Klage stellen muss.

Gegenstand der Anklage

Nachdem Missbrauchsanschuldigungen gegen den britischen Royal laut geworden waren, war in New York über einen möglichen Prozess verhandelt worden. Ein angeblicher Deal des mutmaßlichen Opfers Virginia Giuffre (früher Virginia Roberts) mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sollte den Prinzen eigentlich vor einer Verhandlung schützen. Doch jetzt hat ein Richter entschieden, dass der Prozess trotzdem stattfindet. Andrew muss sich also vor Gericht behaupten. Ein neuer Höhepunkt im Sex-Skandal.

Es sind schwere Vorwürfe, die Virginia Giuffre gegen Prinz Andrew vorbringt. Er soll sie sexuell missbraucht haben, als sie noch minderjährig war. Damals soll der Royal Teil eines Sexrings rund um US-MIllionär Jeffrey Epstein und dessen rechte Hand Ghislaine Maxwell gewesen sein. Beide waren in der Vergangenheit für ihre Taten – unter anderem Menschenhandel und sexuelle Handlungen – verurteilt worden. Epstein war im Sommer 2019 während seiner Haftstrafe tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden.

Giuffre soll laut „BBC“ vor Jahren rund 500.000 US-Dollar von Epstein erhalten haben, damit sie in Zukunft von einer Klage absieht. Die heute 38-Jährige soll damals zugestimmt haben, kein Mitglied des Sexrings öffentlich für die Straftaten zu belangen. Andrew soll in dieser Einigung nicht namentlich genannt worden sein. Wie ein Richter jetzt entschieden hat, habe die außergerichtliche Einigung aber sowieso keinerlei Relevanz, wenn es um die Klage gegen den 61-Jährigen geht. Andrew soll sämtliche Anschuldigungen gegen ihn zurückgewiesen haben. (cch)