Vierter Teil der „Matrix“-Reihe

„Matrix Resurrections“ Filmkritik: Wiedersehen mit Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss - Kinostart: 23.12.2021

Warner Bros. Ent.: Matrix Resurrections mit Carrie-Anne Moss und Keanu Reeves
Alte Liebe rostet nicht: Neo (Keanu Reeves) und Trinity (Carrie-Anne Moss) © AP

Wer hätte gedacht, dass wir Neo und Trinity nochmal zusammen sehen?

von Mireilla Zirpins

Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss wieder gemeinsam in der Matrix – wer hätte das vor 18 Jahren gedacht? Aber 2021 ist für einige Überraschungen im Showbiz gut – und so dürfen wir uns jetzt nach einem neuen Album von ABBA auch noch auf ein Wiedersehen mit dem Traumpaar in Schwarz in „Matrix Resurrections“ freuen. Werden wir enttäuscht? Nun, von den beiden zumindest nicht.

Lana Wachowski führt bei „Matrix Resurrections“ allein Regie

Nach den beiden enttäuschenden Fortsetzungen von „Matrix“ (1999) war auch nicht jedem danach. Aber Regisseurin Lana Wachowski! Da sich ihre Schwester Lilly Wachowski eine Auszeit mit anderen Projekten wünschte, hat sich Lana allein an einen vierten Teil der Kultreihe gewagt. Und sie liefert einen Meta-Film, der der „Matrix“-Story gleich mehrere Twists hinzufügt, von denen zumindest einige die Fans begeistern sein dürften.

Es ist nahezu unmöglich zu erzählen, worum’s geht, ohne zu spoilern. Nur so viel: Thomas Anderson alias Neo (Keanu Reeves) ist zurück – mit wilder Langhaar-Mähne und Bart. Gut sieht er aus, aber trotzdem ein bisschen mitgenommen. Wenn er nicht als Computergame-Designer werkelt oder bei seinem Psychotherapeuten (begeistert bei der Sache: Neil Patrick Harris) sitzt, treibt er sich in der Simulatte-Bar an der Ecke herum, denn da hat er eine Dame erblickt, die ihn magisch anzuziehen scheint: Tiffany (Carrie-Ann Moss). Wir freuen uns natürlich auch sehr, sie zu sehen. Doch, wie sich herausstellt, hat sie einen Typen und Kinder.

Matrix Resurrections Trailer
02:46 Min

Matrix Resurrections Trailer

Trinity heißt jetzt Tiffany und ist Vorstadtmama mit Kids

What? Trinity ist jetzt eine MILF, wie es Neos Kollege nennt, während Neo Ristretto schlürft? Jawohl! Doch wer denkt, Lana Wachowski hätte ihre Matrix einfach nur nach 2021 verlegt, täuscht sich. Es ist alles noch ganz anders, als wir alle denken. Und ziemlich schnell geht es wieder zwischen Matrix und Wirklichkeit hin und her für Neo. Wir erinnern uns: Die Matrix ist in den Filmen eine Scheinrealität, die den Menschen von einer Künstlichen Intelligenz vorgegaukelt wird, während ihre Körper auf einer Art Plantage vor sich hinvegetieren. Agenten bewachen die Ordnung, während sich Revoluzzer wie Neo und Trinity zwischen beiden Welten hin- und herklinken können. Doch was ist hier eigentlich was? Blaue Pille oder doch die rote? Und warum wird Morpheus jetzt nicht mehr von Laurence Fishburne, sondern mit frischem Esprit von Yahya Abdul-Mateen II („Candyman“) gespielt?

Den Film nur einmal zu schauen scheint gar nicht zu reichen, um all das zu klären. Es hilft definitiv, die vorangegangenen Teile gesehen zu haben, am besten nicht zuletzt vor 22 bzw. 18 Jahren. Doch keine Sorge, auch für „Matrix“-Anfänger gibt’s zahlreiche Erklärungen, vielleicht sogar manchmal zu viele. Und genug zu schauen: Jede Menge Action, die Fortgeschrittene nach all den „Matrix“-Streifen irgendwie nicht überrascht. Und vielversprechende Neuzugänge: zum Beispiel die charismatische Jessica Henswick („Star Wars – Episode VII“) oder der deutsche Schauspieler Max Riemelt („Freier Fall“, „Sense8“), der sich hier ebenfalls prima schlägt. Ihren Figuren hätte man ruhig etwas mehr Tiefe und Screentime gewünscht. Genau wie Carrie-Anne Moss.

So war es, wieder in die "Matrix"-Rolle zu schlüpfen
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"Matrix Resurrections": Gucken oder nicht?

Ein bisschen zu vollgepackt ist das alles – mit Altem und ganz Neuem. Die Anspielungen und Zitate, mit denen Wachowskis vierter Teil gespickt ist, kann man bei so viel Handlung und Erläuterungen nicht alle aufsaugen. Aber auch da ist so viel drin, dass es für mindestens zwei Mal gucken reicht. Wenn das Ganze nur nicht zweieinhalb Stunden dauerte! Aber hej, „Matrix Resurrections“ ist auf jeden Fall besser als der letzte Teil. Und wir sehen Neo und Trinity wieder, bei denen die Chemie immer noch stimmt und die diesmal ganz viel Gefühl wagen. Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss liefern ohne großes Getue eine coole Show ab und man sieht ihnen einfach gern zu. Und das ist doch schon mal eine ganze Menge wert!

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