Maskenpflicht im Unterricht: Müssen sich Eltern Sorgen machen?

Maskenpflicht im Unterricht: Müssen sich Eltern Sorgen machen?
Maske tragen auch während der Schulstunden: Ist das zu viel oder zumutbar? © Halfpoint/Shutterstock.com, SpotOn

Teilweise müssen schon Grundschüler Maske tragen

Die Corona-Zahlen steigen immer weiter, ab dem 2. November gibt es neue Beschränkungen. Viele Schüler müssen außerdem mit der Maskenpflicht im Unterricht zurechtkommen – mancherorts betrifft das auch schon Grundschüler. Eltern reagieren teilweise besorgt. Aber gibt es wirklich gesundheitliche Risiken, wenn Kinder den ganzen Vormittag Mund-Nasen-Schutz tragen? Und wenn ja, welche? Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), gibt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news Antworten.

Leidet mein Kind durch das Dauertragen der Maske unter Sauerstoffmangel?

„Die gängigen Alltagsmasken, wie Community-Maske oder Do-it-yourself-Maske, sind gasdurchlässig“, erklärt Dr. Rodeck. Es gäbe also bei gesunden Kindern und Jugendlichen auch bei längerem Tragen dieser Masken keinen Sauerstoffmangel oder nennenswerte CO2-Retention (also Zurückhalten von Kohlendioxid). Der Atemwegswiderstand sei zwar erhöht, je dichter die Maske ist – gesunde Kinder und Jugendliche könnten das jedoch „unter ruhender Tätigkeit problemlos kompensieren“.

Mein Kind klagt über Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme

Dr. Rodeck räumt ein: „Masken sind sicher keine Komfort-Artikel. Die Akzeptanz ist unabhängig vom Alter sehr unterschiedlich.“ Dabei spiele es jedoch besonders bei Kindern eine große Rolle, ob das Tragen als normale Alltagssituation bewertet wird. „Im Klartext heißt das, je normaler ich als Elternteil das Maskentragen vormache, umso eher wird mein Kind die Maske auch tolerieren. Je mehr ich das Tragen in Zweifel ziehe, umso eher wird das Kind die Maske als Belastung sehen und Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme haben.“

Der Mediziner rät Eltern, die Maske nicht als Problem oder gar Bedrohung kommunizieren, sie sei vielmehr „unser Freund in der Abwehr der Pandemie.“ Sollte das Kind Symptome wie Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen entwickeln, müsse das allerdings immer individuell bewertet werden. Dann müsse „auch gegebenenfalls eine ‘Maskenpause’ zugelassen werden“, so Dr. Rodeck.

Kann mein Kind durch das Maskentragen schlimme Krankheiten entwickeln?

In Social Media sind Meldungen im Umlauf, Kinder würden durch das Tragen der Masken Pilzerkrankungen der Lunge oder eine Borkenflechte (Impetigo contagiosa) entwickeln – oder sogar sterben, ohne dass sie es merken. Diese Behauptungen hielten keinem Faktencheck stand, betont der Experte. „Es sind Fake-News.“

Nach welcher Zeit sollte mein Kind zwischendurch eine Maskenpause einlegen können?

„Das kann für die Alltagsmaske nicht pauschal beantwortet werden“. so Dr. Rodeck. „Es hängt von der individuellen Akzeptanz des Trägers ab. Hier kann ich nur meine persönliche Meinung äußern. Ich würde nach 45 Minuten eine Maskenpause unter Beachtung der sonstigen Hygieneregeln (nach RKI-Empfehlung) empfehlen.“

Gibt es Stoffe, die für Kinder-Masken besser geeignet sind als andere?

„Alltagsmasken sollten aus Baumwollstoffen, am besten zweilagig, genäht werden. Bei der Größe der Maske müssen die altersabhängigen unterschiedlichen Proportionen berücksichtigt werden, damit die Maske korrekt getragen werden kann“, empfiehlt der DGKJ-Generalsekretär.

Welche Masken Hygieniker und Kinderarzt Dr. Georg-Christian Zinn für Schulkinder empfiehlt, sehen Sie hier.

Ist Sportunterricht mit Maske ein Problem?

„Bei körperlicher Anstrengung, zum Beispiel im Sportunterricht, sollte keine Maske getragen werden“, so die eindeutige Haltung von Dr. Rodeck. „Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die offiziellen Stellungnahmen und Empfehlungen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (www.dakj.de).“


Bereits beim Schulstart nach den Sommerferien mussten viele Schüler auch während der Schulstunden Masken tragen. In diesem Artikel erzählen einige von ihnen und ihre Eltern, was sie von der Maskenpflicht im Unterricht halten.


Quelle: spot on news/RTL