Er lag im künstlichen Koma

"Lindenstraße"-Star Christian Kahrmann: SO geht es ihm mit Long Covid

ARCHIV - Der Schauspieler und Gastronom Christian Kahrmann posiert am 08.04.2014 in Berlin. Foto: Daniel Naupold/dpa (zu dpa «Ex-«Lindenstraße»-Star Kahrmann nach Unfall: Habe Mist gebaut» vom 17.06.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Christian Kahrmann © dpa, Daniel Naupold

Drei Wochen im Koma

Christian Kahrmann (49) hat mit den Spätfolgen seiner Corona-Erkrankung zu kämpfen. Im März wurde der ehemalige „Lindenstraße“-Star positiv auf das Virus getestet. Sein Verlauf war so schwer, dass er sogar für drei Wochen ins künstliche Koma versetzt wurde. Mittlerweile ist das ein paar Monate her – doch der Schauspieler leidet bis heute an Long Covid. Wie es ihm damit geht, verrät er jetzt in einem emotionalen Interview.

Christian Kahrmann: „Es ist kein Kindergeburtstag.“

„Ich wünsche mir natürlich eine Genesung, dass eben wieder so eine Normalität einkehrt. So wie früher. Und dass ich dieses Drama, diese Tragödie irgendwie überwinde“, erzählt Christian Kahrmann in der Sendung „Zervakis & Opdenhövel. Live“ und bricht dabei in Tränen aus. Etwas später erklärt er, wie es ihm aktuell geht: „Diese Krankheit hat halt wahnsinnige Nachwirkungen. Allein das Koma 17 Tage… Auf die Psyche, auf den Körper… Ich habe 20 Kilo abgenommen, meine ganze Muskulatur verloren, die muss zurückerlangt werden. Dann die Belastung der Organe: Leber, Niere, Gallenblase etc. – Lunge natürlich, es kommt immer was Neues dazu.“ Bis vor ein paar Wochen sei er sogar noch auf einen Rollator angewiesen gewesen. Mittlerweile braucht er diesen nicht mehr, doch hin und wieder muss er dennoch auf Schmerzmittel zurückgreifen: „Es ist kein Kindergeburtstag.“

Aber auch wenn er wieder komplett genesen sein sollte, werden ihn wohl sein Leben lang Narben an seinen Krankenhausaufenthalt erinnern. „Die Narben sind von dem Tubus, den ich im Rachen hatte. Und weil ich acht Stunden am Tag auf dem Bauch gelegt wurde, um die Lunge zu entlasten und dieser Tubus drückt sich natürlich auf das Kinn und dann platzt irgendwann unten das Kinn auf“, erklärt er. Außerdem habe er noch eine längliche Narbe seitlich der Lippe – hervorgerufen von einem kleinen Schlauch, der den Sauerstoff in den Tubus reinführt.

Im Video: Christian Kahrmann trauert um seine Eltern

Christian Kahrmann trauert um seine Eltern
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Christian Kahrmann trauert um seine Eltern

Er verlor in dieser Zeit auch seine Eltern

Nicht nur Christian Kahrmann erkrankte an Covid, auch seine gesamte Familie war betroffen. Als er aus dem Koma erwachte, erfuhr er vom Tod seines Vaters. „Es ist wie ein riesiger Kometeneinschlag. Es war ja nicht nur die Krankheit, sondern ich hab auch meine Eltern verloren, meine Schwester war auch erkrankt“, so der einstige „Benny Beimer“-Darsteller. Seine Mutter starb ein paar Wochen nach seinem Vater – allerdings nicht an Corona, sondern infolge einer Krebserkrankung: „Es sind einfach so viele Dinge auf einmal, das kann man gar nicht beschreiben.“ (dga)