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Lindenstraße: Gibt es Hoffnung auf eine Fortsetzung?

Schauspielerin Marie Luise Marjan und das Produzenten-Duo Hans W. und Haha Geißendörfer 4. April 2017 in Köln beim Treffen der Fernsehbranche "WDR Treff".
Schauspielerin Marie Luise Marjan und das Produzenten-Duo Hans W. Geißendörfer und seine Tochter Hana. © picture alliance, Horst Galuschka/dpa

"Lindenstraße"-Produzenten-Duo kritisiert die ARD

Hans W. Geißendörfer (77), der die Sendung "Lindenstraße" Anfang der 80er Jahre erfunden hatte, und seine Tochter Hana Geißendörfer (34), die die Serie bis heute mit ihrem Vater produziert, äußerten sich im "Süddeutschen Zeitung"-Interview zu der für 2020 geplanten Absetzung der Kult-Sendung. Dabei ließen sie kein gutes Haar an der ARD. 

Zukunft der Show ist noch ungewiss

Am Freitag hinterließ die ARD viele traurige Gesichter. Fans wie auch das Produzententeam der sonntäglichen Kultserie "Lindenstraße" mussten vom Aus des Formats erfahren. Die Erfinder der Show verrieten nun, dass es vielleicht noch nicht das endgültige Ende der "Lindenstraße" ist.

Produzenten erfurhren am Telefon vom "Lindenstraße"-Aus

Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des WDR, habe sie am Mittwochabend per Telefon über das Aus informiert, so Hana Geißendörfer. Ihr Vater ärgert sich darüber besonders: "Ein Telefonat finde ich ohne jeden Anstand. Das kann man nicht machen. 33 Jahre arbeiten wir hier."

Es habe viele Tränen beim gesamten Team gegeben, so Hana Geißendörfer weiter. Die Reaktionen der Zuschauer hätten ihr außerdem gezeigt, dass man nicht alles falsch gemacht habe.

Geld ist kein Argument beim Aus der Sendung

Dass zu wenige Zuschauer für das Format dazu geführt haben, dass die ARD-Sender es nicht mehr mitfinanzieren wollen, will Hans W. Geißendörfer als Begründung nicht gelten lassen. "Geldmangel ist lächerlich. Die haben genug Geld in der ARD." Zudem sei es absurd, dass die Entscheidung jetzt kommt, da die Quoten wieder steigen würden.

Er vermute, dass der Bayerische Rundfunk die treibende Kraft bei der Entscheidung gewesen sei, denn der WDR hätte die Produktion immer unterstützt. Für die Schauspieler wird es nach dem Ende der Serie besonders schwer werden, glaubt der "Lindenstraße"-Schöpfer: "Wer in einer Serie groß geworden ist, hat wenige Chancen, bei anderen Projekten besetzt zu werden."

Weitermachen ist eine Option

Selbst als das Produzententeam bei letzten Verhandlungen noch angeboten hatte, die Produktion trotz steigender Kosten für das gleiche Geld weiterzuführen, lenkten die Verantwortlichen nicht ein, erzählt seine Tochter. Sie glaubt weiter an die Serie, die "authentisch die Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens in der Bundesrepublik wiedergibt." Sie will das Aus noch nicht akzeptieren: "Wer sagt denn, dass es zu Ende ist? Wir wären bereit, weiterzumachen, mit wem auch immer."

Wo die Serie aber einen neuen Platz finden könnte, wüssten sie noch nicht, so ihr Vater. "Auch wenn wir es wüssten, würden wir es nicht verraten." Auf die Frage, was die Zuschauer 2020 sonntags um 18:50 Uhr machen, hat der Erfinder der "Lindenstraße" nur eine Antwort: "Abschalten."

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