Liam Gallagher: So toll war Oasis doch gar nicht

Liam Gallagher: So toll war Oasis doch gar nicht
Liam Gallagher ist nach Oasis jetzt solo unterwegs © Sakura/WENN.com, WENN

Oasis steht wie keine andere Band für den Britpop, mit dem sich die britische Musikszene in den Neunzigern neu erfand. Doch Sänger Liam Gallagher hält die Gruppe im Nachhinein für überschätzt.

Wer an Britpop denkt, der denkt als erstes an Oasis ('Wonderwall'). Die Band aus Manchester definierte einen neuen Sound, der Mitte der Neunziger von der Insel über die ganze Welt schwappte. Ihre Frontmänner: die Brüder Noel (52) und Liam Gallagher (47).

Oasis zerbrach am Bruderstreit

Während Noel einen Hit nach dem anderen komponierte, wurde Liams oft schräger Gesang zum Markenzeichen der Band. Doch hinter den Kulissen brodelte es, denn die beiden Brüder waren wie Katz und Maus. Vor zehn Jahren, vor einem Konzert in Paris, wurde aus dem schwelenden Streit ein offener Krieg, es knallte gewaltig zwischen den Streithähnen. Ihre Kultband sollte diesen Streit nicht überleben, Oasis löste sich auf. Seitdem sind Noel und Liam solo unterwegs, letzterer betätigte sich lange Zeit alten Materials, um seine Konzerte zu füllen. Doch rückblickend glaubt der Sänger, dass es ohnehin Zeit für Oasis war, die Segel zu streichen.

Liam Gallagher kann die alten Songs nicht mehr hören

"Wir hätten vielleicht noch ein gutes Album machen können", erzählte er dem britischen Musikmagazin 'Mojo', "aber wie so vieles wurde das Ganze allmählich langweilig. Noel machte sowieso nicht mehr so viel Party und wurde zum Hausmütterchen, während die anderen noch einen draufmachen wollten. Er hatte einfach genug und brauchte eine Pause." Er fügte hinzu: "So toll waren wir doch ohnehin nicht."

Ein versteckter Seitenhieb auf seinen älteren Bruder, der stets der kreative Kopf der Band war? Liam Gallagher legte noch einen drauf: "An einigen der Songs hat der Zahn der Zeit genagt. Ich bin ganz ehrlich, ich höre das heute und denke 'Mach diese Sch***e aus'. Oasis war eine Momentaufnahme."

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