Lewis Hamilton: So begann seine Weltkarriere

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton: So begann die Weltkarriere der Formel-1-Legende © picture alliance

Lewis kommt aus bescheidenen Verhältnissen

Er ist schon jetzt eine Legende: Lewis Hamilton. Mit seinem 94. Rennsieg in der Türkei und dem siebten WM-Titel zimmert der Mercedes-Pilot weiter an seinem Denkmal. Mit WM-Triumph Nummer sieben ist der Brite nun mit F1-Ikone Michael Schumacher gleichgezogen und eilt von Rekord und Rekord. Der 35-Jährige ist auf dem Zenit seiner Karriere. Doch sein Weg zu einem der wohl größten Sportler der Geschichte war keineswegs vorgezeichnet. Alles begann 50 Kilometer nördlich von London. Im ländlichen Stevenage. In der Grafschaft Hertfordshire.

Hamilton. Manchmal auf dem Boden geschlafen

Hamilton wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. 1985. Im England der Margaret Thatcher. Seine Mutter Carmen Larbalestier und Vater Anthony lassen sich scheiden, als der Junge zwei Jahre alt ist. Lewis lebt bei seinem Vater und Stiefmutter Linda. In einem kleinen Townhouse. Von einem eigenen Bett, oder gar Zimmer, kann er nur träumen.  

„Ich weiß, wie es ist, irgendwo auf einer Couch zu schlafen - oder auch mal am Boden. Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich eigentlich alles haben kann, was mein Herz begehrt“, verriet der Brite im Interview mit dem „Spiegel“. Der Weg dorthin. Ein langer und steiniger.

Nichts mit Formel 1: Vater Anthony schickte ihn in den Boxring

Den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere legte Vater Anthony. Sein Sohn sollte ein Star werden. Der Vorname Lewis Carl kein Zufall. Leichtathletik-Legende Carl Lewis diente Vater und Sohn als Inspiration. Lewis sollte es schaffen. Mit allen Mitteln. 

„Er lehrte mich, niemals aufzugeben. Auf eine harte Tour. Er steckte mich in einen Boxring. Dort hat mich ein Kerl so richtig verprügelt. Mein Vater aber schickte mich immer wieder hin, obwohl ich das wirklich nicht wollte. Doch er sagte: Junge, wir geben niemals auf", sagte der Mercedes-Pilot in einem Interview der "Welt am Sonntag" über seinen Vater Anthony. „Mein Sohn hätte auch in jedem anderen Sport erfolgreich werden können, so ehrgeizig und begabt war er“, sagte einmal Vater Anthony.

In der Schule diskriminiert

Lewis Hamilton auf der Kartbahn in Kerpen.
Lewis Hamilton auf der Kartbahn in Kerpen. © picture alliance

Lewis lernte früh, sich durchzusetzen. Er musste es lernen. In der Grundschule wurde er aufgrund seiner Hautfarbe von Klassenkameraden drangsaliert. Beschäftigte sich mit Kampfsport, um sich zu schützen. „Das Wichtigste daran war, dass ich Selbstvertrauen aufbauen konnte.“ 

Noch Jahre später als erfolgreicher Kartfahrer hatte der Junge einen schweren Stand. Diskriminierung war an der Tagesordnung.  „Als Lewis jünger war, da war er der einzige schwarze Junge unter vielen weißen Kindern. Ich weiß, dass er auf der Strecke rassistisch diskriminiert wurde", erinnert sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Wenn das einem Acht- oder Zehnjährigen passiert, hinterlässt das Narben, die einfach nicht verschwinden."

Erstes Kart eine Schrottkiste

Der Motorsport als Ausweg. Als Hoffnungsschimmer. Für die ganze Familie. Vater Anthony stemmte bis zu vier Jobs gleichzeitig, um seinem Sohn den Rennsport zu ermöglichen. Jeder Penny wanderte in das Projekt Lewis. Mit sieben Jahren bekam er sein erstes Kart. „Ich bin damals gegen Kinder Kart gefahren, die alles hatten, bis zum Luxus eines komfortablen Motorhomes und die besten Karts. Und wir hatten eine Schrottkiste. Aber wir haben damit gewonnen. Mit dem gleichen Hunger kämpfe ich heute noch auf der Strecke“, sagte er dem „Spiegel“. 

1996 sollte ein Wendepunkt in Lewis‘ Karriere werden. Zum ersten Mal in seinem Leben besuchte der Junge in Belgien ein Formel-1-Rennen. Bei einer Motorsportgala traf der Elfjährige McLaren-Chef Ron Dennis, bat ihn um ein Autogramm und einen Job. Wenn er Kartmeister werde, solle er sich nochmal melden, sagte Dennis. Hamilton gewann die Serie, bekam einen Platz im McLaren-Juniorenteam. Das Rennen in Spa gewann damals übrigens unter den staunenden Augen von Lewis ein Fahrer namens Michael Schumacher. Der Rest ist Geschichte.