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Lauryn Hill: Unwetter, Soundprobleme, vorzeitiger Abbruch - Konzert in Köln gerät zum Fiasko

Lauryn Hill
Lauryn Hill auf der Bühne. Mit ihrem Hit „Killing Me Softly“ wurde sie berühmt. © dpa, Peter Klaunzer, pk kde

Unwetter, Soundprobleme und Diva-Verhalten

Die Sängerin Lauryn Hill (44) war mal ein Weltstar. Mit ihrem Super-Hit „Killing Me Softly“ gelang ihr der weltweite Durchbruch. Ihr einziges Solo-Album „The Misseducation of Lauryn Hill“ begeistert auch heute, 21 Jahre später, ihre Fans. Doch von ihrem Konzert am Dienstag (27.08.) im Kölner Tanzbrunnen waren einige alles andere als begeistert. Zum Schluss des Gigs wurde ihr sogar einfach der Saft abgedreht.

Schwarzer Himmel und lange Wartezeiten

Fangen wir von vorne an: Die Fans der Soul-Queen konnten ihr Glück kaum fassen, ihre „Königin“ live auf der Bühne zu sehen und erwarteten ein Konzert der Extraklasse – immerhin haben die Tickets knapp 70 Euro gekostet. Zunächst war die Stimmung locker und entspannt.

„DJ Ozun“ heizte mit R´n`B-Beats ein und anschließend kam die Doppelgängerin-„DJane Reborn“ auf die Bühne. Die Stimmung glich einem lockeren Open-Air, doch als eine halbe Stunde nach Konzertbeginn immer noch nichts passierte, wurden auch die Besucher ungeduldig: Wann kommt endlich Lauryn Hill? Es ist nichts Neues, dass sie gerne auf sich warten lässt. Aber die Gäste sollten noch auf eine harte Geduldsprobe gestellt werden, denn plötzlich trat eine andere Diva auf den Plan: Das Wetter! Das Konzert wurde von heftigen Blitzen und Regenschauern überzogen.

Chaos statt gute Vibes

Kurze Zeit später erschien der Veranstalter auf der Bühne und verschob das Konzert auf eine zunächst ungewisse Zeit. Die Kommunikation glich anschließend einem Chaos: Zunächst wurde den Gästen empfohlen während des Gewitters in den Tanzbrunnen-Saal zu wechseln. Die meisten Fans blieben aber unter Pfiffen unter den Pilzdächern des Tanzbrunnens. Immer wieder checkten die Gäste die Veranstaltungs-Gruppe auf Facebook, hungrig nach Neuigkeiten - vom Veranstalter selbst, gab es keine weiteren Infos.

Gegen 21.00 Uhr wurde dann in die Gruppe gepostet: „Aufgrund des aktuellen Wetterzustands findet das Konzert im Theater am Tanzbrunnen weiter statt!“ Die Massen machten sich in Bewegung, doch im Theater angekommen, standen sie weiterhin hilflos und ohne Informationen da. Paar Minuten später war der Post wieder gelöscht und die Gäste noch ratloser als zu vor. Immerhin drängte die Zeit, schließlich muss wegen Lautstärke am Tanzbrunnen um 22 Uhr Schluss sein. Gegen 21.30 Uhr kam dann endlich die Erlösung: DJane Reborn kündigte die „Königin“ an.

Soundprobleme, Zeitdruck und radikale Interpretationen

Endlich kam Lauryn Hill auf die Bühne, doch viel Zeit blieb nicht. Ob sie nur eine halbe Stunde spielen würde? Immerhin beträgt die Laufzeit ihres legendären Solo-Albums „The Miseducation of Lauryn Hill“, mit dem die ehemalige Fugee-Mitgliederin 1999 als erste Soulsängerin fünf Grammys auf einmal abräumte, etwa 70 Minuten. Es sollte ein Gig mit vielen Überraschungen werden:

Die fünfköpfige Band inklusive Bläser heizte das Konzert ordentlich ein, mit druckvollen Beats, doch gleich zu Beginn gab es Soundprobleme. Hill versuchte dagegen anzukämpfen, gestikulierte wild und wütend um sich, um den Tonmann darauf aufmerksam zu machen. Die weltberühmte Stimme säufte aber immer wieder ab – letztlich rettet sie sich mit eindrucksvollen Rapeinlagen. Doch ihre radikalen Interpretationen der Hits „Final Hour“ oder „Ex-Factor“ blieben fraglich.

Schlussendlich fand die Soul-Diva den Faden – doch die Veranstalter machten ihr einen Strich durch die Rechnung:

Um 22.40 Uhr singt Hill ihren größten Solo-Hit „Doo Wop (That Thing)“, doch kurz vor dem weltbekannten Refrain, drehten die Veranstalter der Soul-Legende einfach den Strom ab. Gäste, die Band und auch Hill selbst, schienen sichtlich irritiert: Immer wieder versuchte sie ins Mikro zu sprechen, aber der Ton blieb aus. Verabschieden konnte sie sich auch nicht. Ein chaotischer Abschluss, für einen merkwürdigen Abend.

Statement des Veranstalters

Am nächsten Tag folgte bei Facebook ein Statement des Veranstalters „Golden Age“:

„Wie viele sicher wissen, müssen Konzerte im Tanzbrunnen aufgrund behördlicher Auflagen um 22h enden. Nach der außergewöhnlichen Umstände konnten wir jedoch nach Rücksprache mit dem Tanzbrunnen und den Behörden erwirken, dass die Künstlerin trotz dieser Auflage ihr volles Set spielen konnte. Dieses startete um 21.20 und endete um 22.40 Uhr. Wir danken Künstler, dem Tanzbrunnen, den Behörden und allen Beteiligten für das professionelle und kooperative Handling der Situation.“

Viele Nutzer bleiben aber verärgert:

„Ihr habt einfach Lauryn Hill während Doo Wop den Sound abgedreht und das Licht angemacht. Sie hat sogar darum gebeten das ihr nochmal das Mic anschaltet aber sie durfte sich nicht einmal verabschieden. Wenn das wirklich ihr komplettes Set war, dann hätten die 5 Minuten den Braten nicht fetter gemacht. Das hat dem eh schon miesen Abend (Unwetter, Leute fallen um wegen der Hitze, Schlägerei im Publikum) das Sahnehäubchen aufgesetzt. Am liebsten hätte ich mein Geld zurück. Das war defintiv keine 70 Euro wert!