Kader Loth: "Ich wollte nicht mehr leben"

Kader Loth: "Ich bin durch die Hölle gegangen"
Kader Loth kämpft sich ins Leben zurück © imago/Future Image, SpotOn

Ein echter Albtraum

Hinter Kader Loth (45) liegt die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens. Die 45-Jährige ließ sich im Februar ihre Gebärmutter entfernen. Sie litt seit Jahren an Endometriose, einer oft äußerst schmerzhaften und chronischen Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter im Unterleib ansiedelt. Mit der OP erhoffte sie sich ein neues Leben ohne Schmerzen, doch was dann folgte, war ein echter Albtraum.

"Ich wollte nicht mehr leben"

"Ich war nach der Operation nicht mehr ich selbst", erinnert sich die ehemalige Dschungelcamp-Kandidatin im Gespräch mit spot on news. "Ich hatte einen Hormonsturz und schlimmste Depressionen." Monatelang sei sie nur im Bett gelegen und habe geweint. "Ich wollte nicht mehr leben, ich war vollkommen am Boden zerstört", sagt sie. "Ich bin buchstäblich durch die Hölle gegangen."

"Egal, wie viele Schmerzen ich durch die Endometriose hatte. Ich bereue zutiefst, dass ich mich zu diesem Eingriff entschlossen habe." Ihr Arzt hätte sie über die Risiken, die so eine Operation mit sich bringen kann, nie wirklich aufgeklärt. Er habe ihr stattdessen versichert, sie würde die "glücklichste Frau der Welt" werden. Schließlich hätte er schon über 7.000 Frauen operiert. "Da ich jeden Monat fürchterliche Regelschmerzen hatte, habe ich ihm vertraut. Ich sah keine andere Option." Sie sei insgesamt sogar bei drei Ärzten gewesen und alle hätten ihr das Gleiche gesagt: "Es gibt keine Probleme danach, es wird alles gut."

"Ich bin zehn Jahre zu früh in die Wechseljahre gekommen"

Erst heute habe sie realisiert, was alles mit ihr passiert sei. "Man hat mir nie gesagt, dass ich in die Wechseljahre komme. Meine Östrogen- und Progesteron-Werte waren im Keller." Plötzlich habe sie mit Hitzewallungen und Schweißausbrüchen zu kämpfen gehabt. "Ich bin zehn Jahre zu früh in die Wechseljahre gekommen." In einer Tagesklinik ließ sie sich die letzten vier Monate schließlich wegen ihrer schlimmen Depressionen behandeln. "Ich nehme schwere Antidepressiva, damit ich wieder auf die Beine komme. Glücklicherweise helfen die Tabletten. Ich hatte auch sehr viele Gespräche mit den Therapeuten."

Heute gehe es ihr schon viel besser. "In ein paar Wochen, voraussichtlich im Juli, werde ich entlassen. Dann kann ich mein Leben wieder so langsam angehen." Heute sei es ihr vor allem wichtig, andere Frauen mit ihrer Geschichte aufzuklären. "Lasst euch auf keinen Fall eure Gebärmutter entfernen, so lange es noch andere Optionen gibt. Informiert euch ausführlich über die Risiken und Folgen und wägt alle Alternativen ab!" Das, was sie durchgemacht habe, wünsche sie wirklich niemanden.

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