Keine Lust, zurück zu kehren

Juan Carlos: Ehemaliger König Spaniens meldet sich aus Exil

FILE PHOTO: Spain's former king, Juan Carlos, leaves after attending the funeral ceremony of Luxembourg's Grand Duke Jean at the Notre-Dame Cathedral in Luxembourg, May 4, 2019. REUTERS/Francois Lenoir/File Photo
Juan Carlos lebt mittlerweile im Exil. © REUTERS, Francois Lenoir, /FW1F/Tim Heritage

Er hat sich mit neuem Zuhause arrangiert

Wegen zahlreicher Vorwürfe gegen ihn ist Juan Carlos (83), ehemaliger König von Spanien, schon seit über einem Jahr im Exil in Abu Dhabi – und da will er offenbar auch erstmal bleiben, verrät er jetzt im Interview mit dem französischen Blatt „Paris Match“. „Einige sind sehr zufrieden damit, dass ich gegangen bin", soll er der Journalistin gegenüber gesagt haben. Und auch sein Heimweh scheint verflogen: Hatte es zum Prozessauftakt gegen ihn im Januar 2021 noch geheißen, Juan Carlos habe Angst, in der Ferne zu sterben, scheint ihm diese Vorstellung mittlerweile nichts mehr auszumachen.

Juan Carlos soll sich Wohlfühloase in Abu Dhabi geschaffen haben

Damals soll es dem ehemaligen Monarchen gesundheitlich nicht gut gegangen sein – ob sich sein Zustand mittlerweile also stabilisiert hat? Möglicherweise hat sich der 83-Jährige aber auch nur an sein neues Leben gewöhnt. Schlecht soll er’s in den Vereinigten Emiraten jedenfalls nicht angetroffen haben: Laut „Paris Match“ lebt er auf einer künstlichen Insel bei Abu Dhabi, besitzt dort einen Privatstrand, ein philippinisches Haushälterpaar und vier Bodyguards. Als Frühaufsteher mache er morgens immer Sportübungen, regelmäßig soll ihm ein Freund besonderen Schinken bringen. Könnte schlechter sein!

Besonders, wenn man bedenkt, was ihm alles vorgeworfen wird: Es geht etwa um Steuerhinterziehung, seltsame Finanzgeschäfte und sogar Morddrohungen gegen seine Ex-Freundin Corinna zu Sayn-Wittgenstein. Würde Juan Carlos in seine alte Heimat zurückkehren, würde dort wohl die Untersuchungshaft auf ihn warten. Außerdem könnte eine Rückkehr erneut schlechtes Licht auf das ohnehin schon beschädigte Image des spanischen Königshauses werfen. Das wolle Juan Carlos in dem Fall vermeiden, heißt es. (lsc)