Joy Lee Abiola-Müllers starkes Statement gegen Rassismus im Alltag

Joy Abiola-Müller hat genug von Rassismus.
Joy Abiola-Müller hat genug von Rassismus. © Joy Lee Juana Abiloa-Müller Instagram

Joy Lee Abiola-Müller wehrt sich gegen Alltags-Rassismus

Im Kontext der Rassismus-Debatte um den verstorbenen Afro-Amerikaner George Floyd äußern sich immer mehr Betroffene von Diskriminierung – auch in Deutschland. Jetzt meldet sich auch die ehemalige „Unter uns“-Schauspielerin Joy Lee Abiola-Müller via Instagram mit einem emotionalen Statement zu Wort.

Joy bekommt Rassismus am eigenen Leibe zu spüren

„Du darfst dich zum Thema Rassismus gar nicht äußern, du bist ja nicht mal richtig schwarz! Guck mal, ich bin viel dunkler als die und die ist ein Mischling! Du siehst aus wie ein süßes Äffchen! Da hast du aber Glück gehabt, dass du nicht richtig braun bist! Du bist aber weiß dafür, dass dein Vater aus Afrika kommt!“, so beginnt Abiola-Müller ihren Post. Es sind Vorurteile und Worte, die sich die Tochter eines Nigerianers laut eigener Aussage „bestimmt einmal die Woche anhören“ müsse. 

Doch Worte alleine sind vielen Menschen offenbar nicht genug. Sie schildert das Unfassbare: Manche bedrängen die 28-Jährige nämlich auch körperlich. Sie schreibt: „Meine Haare werden ungefragt angefasst. Alle kommen ganz nah, starren mein Gesicht an und sagen: ,Ja doch, an der Nase sieht man es dann schon’."

Die Zweifach-Mama fordert Respekt und Mitgefühl

Doch es geht der Schauspielerin offenbar nicht darum, die Opferrolle zu verkörpern, denn sie fordert Mitgefühl (und kein Mitleid): „Wenn selbst ICH mit meiner hellen Haut solche Situationen erleben muss, stellt euch vor wie es anderen Menschen hier in Deutschland geht!!!“

Ihren Post beendet sie mit dem Appell, dass jeder Mensch in der Lage sei, andere zu respektieren – er müsse jedoch daran arbeiten.

Abiola-Müller: Man müsse kein Neonazi sein, um sich rassistisch zu äußern

Später ergänzt Abiola-Müller ihren Post noch um einen Kommentar, in dem sie auf eine rassistische Erfahrung einer ihrer Follower eingeht. Darin greift sie die stereotypen Verharmlosungen von diskriminierenden Menschen auf: „Meistens sind das ganz normale Menschen, die das nicht ‘böse meinen’ oder am besten noch ‘nur Witze machen’!“ Anschließend spricht sie jedoch klar an, dass eben Rassismus auch in kleinsten Äußerungen läge: „Man muss kein AfD wählender, gegen Flüchtlingsheime protestierender Neonazi sein um rassistische Äußerungen zu tätigen, die andere verletzen.“

Todesfall um George Floyd entfacht Rassismus-Debatte

Der durch Polizeigewalt ausgelöste Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd entlarvt, was manche bereits für Überwunden glaubten: Rassismus. Überall auf der Welt gehen Menschen auf die Straße und solidarisieren sich mit Unterdrückten und Diskriminierten. Dass Rassismus auch vor dem Tod von Floyd und eben auch in Deutschland ein längst nicht überwundenes Problem darstellt, zeigte zuletzt der rassistisch motivierte Anschlag von HanauImmer mehr Betroffene legen daher schonungslos offen, welche Rassismus-Erfahrungen sie in Deutschland machen mussten.

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