Jorge González: So schwer hatte er es als Jugendlicher auf Kuba

Ein 'Self-Made Man'

In Deutschland ist er schon lange ein Star: Jorge González ist hier nicht nur als Choreograf, sondern ebenso als Model und als Juror von 'Let's Dance' bekannt. Doch so glamourös wie heutzutage war Jorges Leben nicht immer. Denn als schwuler Jugendlicher hatte er es auf dem homophoben Kuba alles andere als leicht.

Jorgé González – Flucht aus dem eigenen Land

Heimatbesuch bei Papa auf Kuba: Jorge will seinen Vater überraschen – und das gelingt ihm auch. Der 96-Jährige kann es kaum fassen, als Sohnemann vor ihm steht. Die freudige Begrüßung wird gefolgt von Cocktails an der Bar. Dann wird es ernster, denn die beiden lassen die Vergangenheit Revue passieren und erinnern sich an eine Zeit, in der Jorge sich noch nicht zu seiner Homosexualität bekannt hat. Damals hat er versucht seinem Vater zu gefallen, indem er vorgetäuscht hat, sich für Baseball und Boxen zu interessieren. Doch dem 96-Jährigen war schon damals klar, dass sein Sohn eigentlich ganz andere Interessen hat. "Er wollte immer Tänzer werden …ich fand das damals nicht so gut." Schließlich verlässt Jorge Kuba, wo Homosexualität damals noch bestraft wurde. Schon mit 18 zieht er nach Europa, um dort zu studieren. Ende der 90er findet er dann genug Stärke: Endlich kann er sich outen. Und auch Papa sieht die Dinge inzwischen weniger verdreht und kann seinen Sohn so akzeptieren, wie er ist: "Wenn ich heute nochmal jung wäre, würde ich auch gerne Tänzer werden."