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Joko & Klaas lassen in gewonnener Sendezeit auf wichtige Themen aufmerksam machen

"Joko & Klaas LIVE": Moderatoren-Duo nutzt Sendezeit für "Sinnvolles"
Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben in ihrer Live-Show anderen Menschen den Vortritt gelassen © ProSieben/Willi Weber, SpotOn

Von Seenotrettung bis Neo-Nazis

Große Geste von Joko Winterscheidt (40) und Klaas Heufer-Umlauf (35). Nach ihrem Sieg in der TV-Show "Joko & Klaas gegen ProSieben" Dienstagabend haben die beiden Moderatoren ihre gewonnene Live-Sendezeit äußerst sinnvoll genutzt. Anstatt vor der Kamera - wie von vielen Fans wohl vermutet oder gar erhofft - ihre Späße zu treiben, ließen sie am Mittwochabend Studiogäste Themen ansprechen, die laut Heufer-Umlauf "ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient haben".

Anliegen aus dem Hier und Jetzt

Bereits im Vorspann ihrer Show "Joko & Klaas LIVE" wurde dem Zuschauer "Unterhaltung mit Niveau" versprochen. Dass diese so ernst und tiefgründig sein würde, damit hätte aber wohl niemand gerechnet.

Als erster Gast im komplett leergeräumten und dunklen TV-Studio ergriff Pia Klemp das Wort. Sie ist Kapitänin der Iuventa 10 und setzt sich für die Seenotrettung im Mittelmeer ein. Ihr Anliegen: "Die EU lässt Menschen wissentlich ertrinken", dabei sei die Rettung von Menschen auf See Pflicht. Trotz drohendem Gerichtsverfahren und einer möglichen Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren wolle sie weiterkämpfen. "Für eine Welt, in der alle leben wollen und dürfen."

Als zweites sprach Sozialarbeiter Dieter Puhl in die TV-Kamera. Er ist seit 27 Jahren Obdachlosenhelfer in Berlin und könne Sprüche wie "In Deutschland muss niemand obdachlos sein" oder "Die sind doch alle selbst schuld" nicht mehr hören. Sein Appell an die Zuschauer von "Joko & Klaas LIVE": "Blendet obdachlose Menschen in eurer Wahrnehmung nicht aus." Man solle stattdessen auf sie zugehen - ganz ohne Vorbehalte.

Über ihr Leben mit Neo-Nazis als Nachbarn erzählte zum Schluss Schriftstellerin und Aktivistin Birgit Lohmeyer. Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie 2004 nach Jamel in Mecklenburg-Vorpommern gezogen. Elf Häuser stehen dort - acht davon würden von Neo-Nazis bewohnt werden. Trotz ständiger Anfeindung sowie Sachbeschädigung und sogar Brandstiftung wolle sich Lohmeyer aber nicht unterkriegen lassen. Sie hat ein alljährliches Rockfest ins Leben gerufen und die Öffentlichkeit zu sich eingeladen. Stars wie Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen sowie Casper und Marteria seien gekommen. Ihre Message an alle Betroffene: "Wehrt euch, lasst euch nicht einschüchtern, es lohnt sich."

Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf haben sich nach den Auftritten ihrer Gäste nicht noch einmal gezeigt. Nahtlos ging es im Programm von ProSieben mit dem Serienabend weiter.

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