"Als wäre eine Frau nur mit Baby etwas wert"

Exklusiv im RTL-Interview: Janni Kusmagk äußert sich zu den Schwangerschaftsgerüchten

Janni Kusmagk als Gast in der NDR Talkshow in Hamburg, 15.07.2022
Janni Kusmagk äußert sich zu Schwangerschaftsgerüchten © picture alliance

von Marigona Sulejmani

„Bist du schwanger?“ Eine Frage, deren Brisanz viele unterschätzen. Janni Kusmagk (32) kann ein Lied davon singen. Der Dreifach-Mama wird im regelmäßigen Abstand eine erneute Schwangerschaft angedichtet. Oft auch – und das ist besonders verletzend – weil Follower einen Babybauch bei ihr entdeckt haben wollen. Im Interview mit RTL erklärt Janni, warum solche Schwangerschaftsgerüchte so verletzend sind und weswegen sie sich bei Instagram und Co. ab jetzt anders präsentieren will.

Video von Janni Kusmagk löste eine hitzige Diskussion aus

Janni und ihr Ehemann Peer Kusmagk (47) sind glücklich verheiratet und haben bereits drei Kinder. Und trotzdem ploppt immer wieder die Frage auf, ob die 32-Jährige schwanger ist. Dieses Mal ist ein Surf-Video schuld. Bei Instagram sieht man die Dreifach-Mama am Strand, sie hat einen engen Surfanzug an und ihr Brett in der Hand – unter dem Anzug versteckt sich ein normaler Körper. Follower meinen trotzdem, ein „Bäuchlein“ zu sehen und beginnen zu spekulieren: Janni ist mit Baby Nummer vier schwanger!

Im Interview mit RTL.de stellt die 32-Jährige direkt vorweg klar: „Aktuell steht keine weitere Familienplanung an. Ich hatte drei sehr schwere Geburten und bin unheimlich dankbar, dass meine drei Kinder gesund sind und ich die Geburten überlebt habe. Jetzt will ich mir aber den Raum und die Zeit geben, wieder zu mir selbst zu finden. Damit bin ich maximal ausgelastet und aktuell auch sehr zufrieden, wie alles ist.“

Im Video: So sieht das perfekte Familienglück für Janni Kusmagk aus

Peer Kusmagk und Janni Hönscheid im Familienglück
00:40 Min

Peer Kusmagk und Janni Hönscheid im Familienglück

"Warum kann man nicht akzeptieren, dass eine Frau alleine auch genug ist - ohne etwas im Bauch zu tragen?"

Janni findet die Schwangerschaftsgerüchte einfach nur „nervig“. Was die 32-Jährige aber noch viel mehr stört, ist der Begriff „süßes Geheimnis“. Sie sagt: „Ich frage mich, ob das Menschen schreiben, die selber noch nie schwanger waren oder eine Geburt hinter sich gebracht haben. Wie kommt man zu so einem Ausdruck? Wer selbst schon mal eine Schwangerschaft oder Geburt erlebt hat, der weiß: Das ist eine große Veränderung, es ist krasse Arbeit, es ist anstrengend und für den Körper wahnsinnig viel. Es ist kein süßes Geheimnis. Und vor allem ist es keine Aufwertung für eine Frau - als wäre sie ohne Baby nichts wert.“ Sie findet diese Gedanken „toxisch“. „Frauen dürfen nicht auf ihren Kinderwunsch, die Menge der Kinder oder ihre Körper reduziert werden!“

Und damit spricht Janni ein unfassbar wichtiges Thema an, denn: Es gibt Frauen, die keine Kinder wollen oder solche, die keine bekommen können. Janni fragt sich: „Warum kann man nicht akzeptieren, dass eine Frau alleine auch genug ist - ohne etwas im Bauch zu tragen?“ Und Instagram würde dieses Bild wohl stärken, da der „Baby-Markt sehr groß ist“.

Janni will ihren Bauch nicht mehr einziehen müssen

Janni möchte „echte Geschichten“ erzählen, ungefiltert. Schließlich hat sich die Profi-Surferin ja auch schon, bei ihrer „Adam sucht Eva“-Teilnahme, vor einem Millionenpublikum nackt gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, sich auch emotional freizumachen. Denn: Immer wieder habe Janni ihren Bauch bei Instagram „aus Gewohnheit“ eingezogen. Damit soll jetzt aber Schluss sein. Die Dreifach-Mama will ein Vorbild sein - vor allem für ihre zweijährige Tochter Yoko: „Für die Zukunft wünsche ich mir ein normales Frauenbild, wo ein Körper auch einfach nur ein Körper sein darf. Ich will meinen Bauch nicht mehr einziehen müssen.“

Deswegen rät sie, auch Social Media mit Vorsicht zu genießen: „Instagram ist eine Momentaufnahme. Wenn ich morgens aufstehe, dann habe ich einen flachen Bauch und sobald ich zu Mittag gegessen habe, sieht man ihn. Soll ich mich jetzt nur noch morgens fotografieren? Das ist in meiner Welt nicht authentisch.“ Deswegen hat sie einen Tipp an alle Frauen, die auf ihre Körper reduziert, durch die Kinder-Frage degradiert und letztlich diskriminiert werden: „Folgt Profilen, die euch gut tun!“

Lese-Tipp: Warum wir die Kinder-Frage nicht mehr stellen sollten

weitere Stories laden